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Angriffsszenarien gegen Iran: Vergeltung, Übergang und der weitere Weg

Eine ausführliche Analyse

Das Wichtigste

  • Die gemeinsame amerikanisch-israelische Operation Sha'agat HaAri, die am 28. Februar 2026 begann, ist eine Kampagne zur Zersetzung des Regimes und kein Vergeltungsschlag, und der Iran erwies sich als unfähig, seine eigene Hauptstadt zu verteidigen.
  • Iranische Raketen trafen Golfstaaten, woraufhin Saudi-Arabien, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate Iran namentlich verurteilten, während keiner von ihnen die US-israelische Operation verurteilte oder einen Waffenstillstand forderte.
  • Roman argumentiert, der Diaspora-Opposition fehle operative Tiefe, und empfiehlt einen inklusiven Nationalen Versöhnungsrat mit 25 oder mehr Persönlichkeiten anstelle der Krönung einer einzelnen Führungsfigur wie Reza Pahlavi.
An F-35C Lightning II, attached to Marine Fighter Attack Squadron (VMFA) 314, prepares to launch from the flight deck of Nimitz-class aircraft carrier USS Abraham Lincoln (CVN 72) in the Arabian Sea, Feb. 15, 2026. (U.S. Navy photo by Mass Communication Specialist Seaman Daniel Kimmelman)
Eine F-35C Lightning II der Marine Fighter Attack Squadron (VMFA) 314 bereitet sich am 15. Februar 2026 im Arabischen Meer auf den Start vom Flugdeck des Flugzeugträgers USS Abraham Lincoln (CVN 72) der Nimitz-Klasse vor. (Foto der U.S. Navy von Mass Communication Specialist Seaman Daniel Kimmelman) · Seaman Daniel Kimmelman/USS Abraham Lincoln (CVN 72)

ZUSAMMENFASSUNG

Die Vereinigten Staaten und Israel haben am Morgen des 28. Februar 2026 eine gemeinsame Militärkampagne gegen die Islamische Republik Iran begonnen. Die Operation Sha’agat HaAri, Brüllen des Löwen, ist die bedeutendste amerikanische Kampfoperation im Nahen Osten seit dem Einmarsch in den Irak 2003 und die folgenreichste israelische Militäraktion seit der Staatsgründung. Es handelt sich nicht um einen Vergeltungsschlag. Es ist eine Kampagne zur Zersetzung des Regimes.

Die Ereignisse haben dieses Papier überholt, das ich ursprünglich am 19. Februar als vorausschauende Szenarioanalyse verfasst habe. Es folgt eine aktualisierte Bewertung, die die Entwicklungen des ersten Tages einbezieht: die Angriffe selbst, Irans Vergeltungsoperationen in mehreren Schauplätzen, die Reaktionen der Golfstaaten und die Reaktion der iranischen Bevölkerung, ebenso wie die Analyse zu Übergang und Opposition, die weiterhin von drängender Bedeutung bleibt. Die Kernszenarien, die ich vor neun Tagen skizziert habe, sind nicht mehr theoretisch. Sie entfalten sich in Echtzeit.

Der zentrale Befund hat Bestand, wie die Belege nun zusätzlich untermauern: Die Kampagne ist operativ durchführbar und strategisch vertretbar, doch sie hat Folgewirkungen in Kaskaden ausgelöst, die eine Planung weit jenseits dessen verlangen, was die gegenwärtige Aufstellung nahelegt. Irans Vergeltungsrepertoire wurde binnen Stunden aktiviert: Ballistische Raketen trafen US-Stützpunkte am Golf und israelisches Staatsgebiet, die Hisbollah eröffnete das Feuer aus dem Libanon, Geheimdienste registrierten Vorbereitungen der Huthi im Jemen, und iranische Cyberkräfte verschlechterten den Internetzugang der eigenen Bevölkerung. Die Straße von Hormus bleibt die kritische Variable, die die Streitkräfte noch nicht vollständig getestet haben.

Doch der erste Tag offenbarte auch Dynamiken, die keine Vorkriegsbewertung vollständig vorhergesehen hatte. Drei souveräne arabische Staaten, Saudi-Arabien, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate, verurteilten Iran namentlich binnen Stunden, nachdem iranische Raketen sie getroffen hatten, bei null Verurteilungen der US-israelischen Operation. Iranische Bürger feierten die Angriffe von ihren Dächern. Die regimeeigene Nachrichtenagentur räumte katastrophale Verluste in der Führung der Revolutionsgarden ein. Über Teheran war die Luftverteidigung praktisch nicht existent. Die „Achse des Widerstands“ erwies sich als unfähig, ihr Zentrum zu verteidigen oder jene regionale Solidarität zu erzeugen, auf die Teheran stets zu zählen glaubte.

Die Herausforderung des Übergangs ist keine Planungsübung mehr, sondern ein operativer Countdown. Planer werden das Zeitfenster zwischen Regimekollaps und Staatsversagen in Stunden messen. Jede Empfehlung dieses Papiers, einschließlich humanitärer Vorabstationierung, Zusammentreten eines Nationalen Versöhnungsrats, Übernahme des Rundfunks, Härtung des eigenen Territoriums, Stabilisierung der Energieversorgung, Verbindungsarbeit zu den Ethnien, Amnestierahmen und inklusive Führung, muss jetzt operativ werden.

I. DIE STRATEGISCHE LAGE

Als ich dieses Papier am 19. Februar 2026 erstmals verfasste, waren die Indikatoren unmissverständlich. Zwei Flugzeugträgerkampfgruppen liefen auf den Persischen Golf zu. Das CENTCOM hatte von der Planung eines Vergeltungsschlags auf die Planung einer Regimezersetzung umgestellt. Ein hochrangiger Trump-Berater bezifferte die Wahrscheinlichkeit kinetischen Handelns binnen Wochen auf 90 Prozent. Außenminister Rubio hatte für den 28. Februar ein Treffen mit Ministerpräsident Netanjahu in Israel angesetzt, um über Iran zu sprechen.

Das Treffen fand nie statt; stattdessen begann die Operation.

Die diplomatische Schiene, die am 19. Februar auf dem letzten Loch pfiff, lief vollständig aus. Indirekte Gespräche in Maskat am 6. Februar und in Genf am 18. Februar brachten das hervor, was Irans Außenminister Araghchi als „guten Fortschritt“ bei „Leitprinzipien“ bezeichnete. Doch die Kernforderungen blieben unvereinbar, da Washington verlangte, Iran solle auf Anreicherung auf eigenem Boden verzichten, und Teheran dies kategorisch ablehnte, und die militärischen Vorbereitungen überholten, was vom Verhandlungsfenster noch übrig war.

Die Angriffe vom Juni 2025, die Operation Midnight Hammer, bei der 14 bunkerbrechende Bomben vom Typ GBU-57 auf Fordo, Natans und Isfahan abgeworfen wurden, verschafften laut einer Pentagon-Überprüfung vom Juli 2025 rund zwei Jahre und verlegten eine mögliche nukleare Wiederherstellung Irans auf Mitte 2027. Doch Satellitenbilder vom Februar 2026 erzählten eine dringlichere Geschichte. Iran baute bereits wieder auf, als Ingenieure Eingänge unterirdischer Anlagen in Isfahan mit Beton und Erde versiegelten, Tunneleingänge an Nuklearstandorten zuschütteten und Raketenbasen instand setzten. Iran plante den Wiederaufbau gezielt tiefer unter der Erde, um genau jene Bunkerbrecher zu neutralisieren, die acht Monate zuvor eingeschlagen waren. Das Fenster militärischer Überlegenheit schrumpfte mit jeder Betonschicht der Iraner. Die Koalition fasste den Entschluss zum Schlag entsprechend, bevor sich dieses Fenster schloss.

Im Innern stand das Regime vor Beginn der Operation Brüllen des Löwen vor der schwersten Legitimitätskrise seiner 47-jährigen Geschichte. Die Proteste von Dezember 2025 bis Januar 2026 waren die größten seit der Revolution von 1979. Beginnend am 28. Dezember mit Basar-Händlern, die wegen des Rial-Verfalls ihre Läden schlossen, breitete sich der Aufstand binnen Tagen auf alle 31 Provinzen aus. Am 8. Januar rief Resa Pahlavi zu landesweiten einheitlichen Demonstrationen auf. Was folgte, war die tödlichste Niederschlagung der modernen iranischen Geschichte: Sicherheitskräfte töteten in einem 48-stündigen Massaker zwischen dem 8. und 9. Januar schätzungsweise 16.500 bis 36.500 Menschen, verhafteten über 41.800 und verletzten 330.000. Das Regime verhängte eine totale Internetsperre und setzte die Revolutionsgarden, die Basidsch und Berichten zufolge ausländische Söldner ein.

Die regimeeigenen Funktionäre schlugen Alarm. Vier amtierende iranische Offizielle sagten Reuters, hochrangige Figuren hätten den Obersten Führer Ali Chamenei darüber unterrichtet, dass die Wut der Öffentlichkeit über die Massaker im Januar einen Punkt erreicht habe, an dem Angst die Massen nicht mehr abschrecke. Eine Desertionsrate von 14 Prozent in Einheiten der regulären Armee an der Westgrenze, Sitzstreiks von Medizinstudenten an Universitäten in Täbris, Maschhad und Schiras sowie der Globale Aktionstag am 14. Februar bestätigten die Diagnose: Das Regime verlor den psychologischen Krieg gegen die eigene Bevölkerung, bevor die Koalition ihre erste Rakete abfeuerte.

Die wirtschaftliche Ausgangslage war katastrophal. Die Inflation erreichte 48,6 Prozent. Die Nahrungsmittelinflation lag bei 64 Prozent. Der Rial stürzte binnen sechs Monaten um 56 Prozent ab. Sieben Millionen Iraner hungerten. Fleisch wurde zum Luxusgut. Die schlimmste Dürre seit 40 Jahren ließ 80 Prozent der Feuchtgebiete austrocknen. Tägliche drei- bis vierstündige Stromausfälle legten die Hälfte der Industrieproduktion lahm. Der Präsident warnte öffentlich, Teheran, eine Megastadt mit 15 Millionen Einwohnern, müsse wegen Wasserknappheit womöglich evakuiert werden. Das war das Land, das die Islamische Republik zusammenzuhalten versuchte, als die Bomben zu fallen begannen.

Teheran war in den Tagen vor dem Angriff nicht untätig. Die Revolutionsgarden begannen am 16. und 17. Februar mit scharfen Marinemanövern in der Straße von Hormus. Gemeinsame Marineübungen mit Russland liefen im Golf von Oman. Chamenei warnte öffentlich, Iran könne ein US-Kriegsschiff versenken. Satellitenbilder zeigten, dass Iran Betonabschirmungen über sensiblen militärischen Standorten errichtete und kritische Infrastruktur tiefer eingrub. Das Regime härtete seine Verteidigung für einen Schlag, den es für unmittelbar bevorstehend hielt. Die Härtung erwies sich als unzureichend.

II. DIE ERSTEN STUNDEN: WAS AM 28. FEBRUAR GESCHAH

Um 8.14 Uhr israelischer Zeit, 9.44 Uhr in Teheran, heulten in ganz Israel die Alarmsirenen. Das Heimatfrontkommando wies die Bürger an, sich in der Nähe geschützter Räume aufzuhalten. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz unterzeichnete eine Notstandsanordnung nach dem Zivilschutzgesetz, die einen landesweiten Ausnahmezustand verhängte. Israel und die Vereinigten Staaten begannen eine präventive Militärkampagne gegen die Islamische Republik.

Israelische Kampfjets trafen in Zusammenarbeit mit amerikanischen Militärmitteln in rascher Folge Dutzende Ziele in ganz Iran. Die erste Welle traf das politische und sicherheitspolitische Nervenzentrum Teherans: den Bürokomplex des Obersten Führers Chamenei, das Geheimdienstministerium, das Verteidigungsministerium, die Zentrale der Atomenergieorganisation und die Präsidialinstitution nahe dem Pasteur-Platz. Sieben Raketen trafen den Stadtbezirk, in dem Chameneis Residenz, der Präsidentenpalast und der Nationale Sicherheitsrat liegen. Mindestens 30 Explosionen erschütterten die Hauptstadt. Die Nachrichtenagentur Fars, ein regimeeigenes Medium, bestätigte Angriffe in der gesamten Innenstadt Teherans mit Rauchsäulen über mehreren Bezirken.

Über Teheran hinaus traf die Kampagne Ziele in der gesamten geografischen Tiefe Irans. Explosionen ereigneten sich in Isfahan, Kermanschah, Täbris, Ghom, Karadsch, Chorramabad, Bandar Kangan, Buschehr und im Gebiet von Konarak nahe der pakistanischen Grenze. Die Raketenstadt Dscham, das Raketenzentrum Amind nahe Täbris, der Militärstützpunkt Sejjed al-Schohada in Minab, die Amad- und Unterstützungsbasis der Revolutionsgarden, nuklearbezogene Standorte in Ghom, der Militärkomplex Parchin und das strategische Ölterminal auf der Insel Charg wurden allesamt getroffen.

Amerikanische Flugzeuge starteten Angriffe von Stützpunkten im gesamten Nahen Osten und von mindestens einem Flugzeugträger. Schiffe feuerten Tomahawk-Marschflugkörper aus dem Golf von Oman ab. Der IDF-Sprecher bestätigte „umfangreiche Einsätze“ gegen militärische Ziele in ganz Westiran, darunter das Generalstabshauptquartier im Osten Teherans. Ein israelischer Verteidigungsbeamter sagte Reuters, Planer hätten die Operation seit Monaten vorbereitet und den Starttermin vor Wochen festgelegt.

Die Zielliste offenbarte eine Absicht, die weit über Nichtverbreitung hinausging. Die Washingtoner Quellen von Al Jazeera berichteten von einer US-Beteiligung, die auf die „Enthauptung“ des iranischen Regimes abziele, wobei sich die Angriffe auf Gebiete konzentrierten, in denen Chamenei Schutz suchen könnte. Reuters berichtete, Sicherheitskräfte hätten Chamenei an einen sicheren Ort gebracht, er sei zu dem Zeitpunkt nicht in Teheran gewesen. Yedioth Ahronoth berichtete, jede Rakete habe eine bestimmte Adresse getragen und gezielt eine große Zahl von Militärkommandeuren und Regierungsvertretern persönlich ins Visier genommen.

ISNA, Irans eigene halbamtliche Nachrichtenagentur, veröffentlichte ein bemerkenswertes Eingeständnis: Die Intensität und Reichweite der Angriffe habe eine „erhebliche Zahl von Angehörigen des Korps der Revolutionsgarden“ getötet und ausgeschaltet, von denen viele „wichtige operative und spezialisierte Posten“ innehatten. Dass eine Regime-Nachrichtenagentur solche Verluste in Echtzeit einräumt, belegt, dass der Schaden an der Führungsstruktur katastrophal war.

Zugleich lähmten Cyberoperationen die iranische Kommunikation. Hacker kompromittierten IRNA. Festnetzleitungen fielen in ganz Teheran aus. Die Internetkonnektivität brach zu einer nahezu vollständigen Sperre zusammen, und Cyberkräfte griffen den Staatsrundfunk an. Die Operation beeinträchtigte systematisch die Fähigkeit des Regimes, in den ersten Stunden eine nationale Verteidigung zu koordinieren, und es erholte sich nie davon. Russische und chinesische Luftverteidigungssysteme, die Iran beschafft hatte, zeigten über der Hauptstadt keine beobachtbare Wirkung. Die Milliarden, die Teheran in importierte Luftverteidigung investierte, brachten nichts.

Irans Vergeltung setzte etwa zwei Stunden nach den ersten Sirenen ein. Die Revolutionsgarden kündigten die „Operation Wahres Versprechen 4“ an und feuerten ballistische Raketen und Drohnen auf israelisches Staatsgebiet und US-Positionen am Golf ab.

In praktisch jedem israelischen Bevölkerungszentrum heulten die Sirenen. Israels gestaffelte Abwehr, Arrow, David’s Sling und Iron Dome, fing die Mehrheit der anfliegenden Bedrohungen ab. In mehreren Gebieten gingen Trümmer nieder, mit einem bestätigten Einschlag in Tirat HaCarmel und Schäden im Raum Haifa, darunter Versuche, die Raffinerien der Bucht von Haifa zu treffen. Die Behörden bestätigten, dass es keine israelischen Opfer in größerem Umfang gab.

Iranische Raketen trafen gleichzeitig amerikanische und Golf-Einrichtungen. Die Revolutionsgarden beanspruchten Treffer auf die Luftwaffenbasis Al Udeid in Katar, Al Salem in Kuwait, Al Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten und das Hauptquartier der Fünften Flotte in Bahrain. Eine Rakete erreichte eine US-Einrichtung in Bahrain. Explosionen erschütterten Abu Dhabi, Doha, Saudi-Arabien, Jordanien und Kuwait. Katar fing anfliegendes Feuer mit Patriot-Systemen ab. Das iranische Staatsfernsehen erklärte, die eigenen Streitkräfte griffen aktiv amerikanische Stützpunkte in der gesamten Region an.

Das Feuervolumen war real. Die strategische Wirkung blieb marginal.

III. VERGELTUNG AUF VIER SCHAUPLÄTZEN: SZENARIO GEGEN WIRKLICHKEIT

Die ursprüngliche Bewertung identifizierte vier gleichzeitige Vergeltungsschauplätze. Der erste Tag hat jeden einzelnen davon geprüft. Es folgt ein Vergleich der Szenarien, die ich am 19. Februar skizziert habe, mit den Ereignissen des 28. Februar.

Was ich vorhergesagt hatte: Die Revolutionsgarden würden nicht einknicken, sondern zerfallen. Mittlere Kommandeure, die lokale Lehen mit eigenen Waffenlagern kontrollieren, würden eher zu Warlords werden als sich zu ergeben. Regimereste würden nationale Infrastruktur sabotieren, darunter Staudämme, Kraftwerke und Raffinerien, statt sie Oppositionskräften zu überlassen. Ethnische Brennpunkte würden in Kurdistan, Belutschistan, Chusistan und den aserbaidschanischen Regionen aufflammen.

Was sich bislang bewahrheitet hat: Die Kommandostruktur erlitt in den ersten Stunden katastrophale Verluste. ISNAs Eingeständnis erheblicher Verluste der Revolutionsgarden auf „wichtigen operativen und spezialisierten Posten“ bestätigt, dass die Enthauptungsabsicht bedeutsame Ergebnisse erzielt hat. Der Zusammenbruch der Kommunikation, ausgefallene Festnetzleitungen, Internetsperre und Angriffe der Koalitionsstreitkräfte auf den Staatsrundfunk, kappte die Fähigkeit des Regimes zur landesweiten Koordination. Das Szenario ethnischer Fragmentierung ist noch nicht eingetreten, doch Analysten haben den Zeithorizont stets in Tagen gemessen, nicht in Stunden. Kurdistans 10 Millionen Menschen und bewaffnete Parteien, die eine 112.000 Quadratkilometer große Grenzzone kontrollieren, der anhaltende bewaffnete Widerstand in Belutschistan, das ölreiche Chusistan und die aserbaidschanischen Regionen bleiben allesamt potenzielle Brennpunkte, während die Zentralgewalt erodiert.

Was noch bevorsteht: Die entscheidende Frage lautet, ob mittlere Kommandeure der Revolutionsgarden mit überlebenden Einheiten kämpfen, zerfallen oder verhandeln. Die Desertionsrate von 14 Prozent in Einheiten der regulären Armee an der Westgrenze während der Januar-Proteste zeigt das Muster vorab an: Einige Einheiten halten, die meisten nicht. Das Szenario der Infrastruktursabotage, Irans Version der brennenden Ölquellen Saddam Husseins, ist noch nicht eingetreten, wird aber wahrscheinlicher, je mehr Regimeelemente den Verlauf der Kampagne einschätzen. Ein Zeitfenster von 72 Stunden ab dem faktischen Verlust der Zentralgewalt bestimmt die ethnische Fragmentierung.

Was ich vorhergesagt hatte: Die Straße von Hormus würde am ersten Tag zum Kriegsgebiet. Die Huthi würden ihre Operationen im Roten Meer wiederaufnehmen. Irakische schiitische Milizen würden US-Personal angreifen. Golfstaaten, die US-Streitkräfte beherbergen, würden Vergeltungsschlägen ausgesetzt sein.

Was sich bewahrheitet hat: Iranische Raketen trafen Golfstaaten, das Szenario, das sich am dramatischsten verwirklichte und die folgenreichsten politischen Nachwirkungen hatte. Iranische Raketen trafen oder zielten auf Einrichtungen in Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Kuwait, Jordanien und Saudi-Arabien. Herabstürzende Trümmer einer abgefangenen Rakete töteten in den Vereinigten Arabischen Emiraten einen Zivilisten.

Doch die politische Reaktion war das genaue Gegenteil dessen, was Teheran erwartet hatte. Saudi-Arabien verurteilte „die unverhohlene iranische Aggression“ namentlich, bot den angegriffenen Staaten „alle seine Fähigkeiten“ an und forderte internationale Durchsetzung. Bahrain bestätigte Angriffe auf Anlagen und machte „sein volles Recht zu reagieren“ in Abstimmung mit „Verbündeten und Partnern“ geltend, eine Formulierung, die auf eine mögliche erweiterte Nutzung der Einrichtungen der US-Fünften Flotte hindeutet. Die Vereinigten Arabischen Emirate bestätigten iranische Angriffe mit ballistischen Raketen, einen zivilen Todesfall und behielten sich „ihr volles Recht zu reagieren“ vor.

Drei souveräne arabische Staaten verurteilten Iran. Null verurteilten die US-israelischen Angriffe. Null forderten einen Waffenstillstand. Null beriefen sich auf muslimische Solidarität mit Teheran. Null riefen Botschafter aus Washington oder Jerusalem zurück.

Irans strategische Annahme, Angriffe auf US-Stützpunkte am Golf würden in der sunnitisch-arabischen Welt genug Sympathie erzeugen, um die Koalition zu beschränken, scheiterte katastrophal. Iranische Raketen schreckten die Golfstaaten nicht ab. Sie einten sie.

Die Hisbollah eröffnete das Feuer aus dem Libanon und löste Alarm auf den Golanhöhen, in den Gemeinden entlang der Konfrontationslinie und in Obergaliläa aus, doch das Feuer blieb dosiert und nachrangig. Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam warnte, er werde „niemandem erlauben, den Libanon in Abenteuer hineinzuziehen“. Das entspricht dem Muster vom Juni 2025, als sich das Stellvertreternetzwerk weitgehend zurückhielt. Israelische Streitkräfte überschritten eine Schwelle, indem sie Dschurf al-Sachar im Irak angriffen, Stellungen der Kataib Hisbollah und der Volksmobilisierungskräfte trafen und Verluste zufügten. Die Botschaft ist unmissverständlich: Rückzugsräume von Stellvertretern sind nicht länger tabu.

Geheimdienste registrierten Vorbereitungen der Huthi im Jemen, begleitet von Schwüren, Angriffe auf Israel und die Schifffahrt im Roten Meer wiederaufzunehmen.

Was noch bevorsteht: Die Straße von Hormus als Nadelöhr haben die Streitkräfte noch nicht getestet. Dreizehn Millionen Barrel täglich passieren sie, 31 Prozent des weltweit auf See transportierten Rohöls. Iran hat Minen, schnelle Angriffsboote, landgestützte Marschflugkörper und U-Boote vorab in Stellung gebracht. Die scharfen Übungen vom 16. und 17. Februar probten die Taktik. Allein die Minenräumung könnte Wochen dauern. Käme eine Wiederaufnahme der Huthi-Angriffe im Roten Meer durch Bab al-Mandab hinzu, könnten beide großen nahöstlichen Schifffahrtsadern gleichzeitig geschlossen werden und eine beispiellose globale Lieferkettenkrise auslösen. Die Störung der Energiemärkte bleibt die einzelne gefährlichste wirtschaftliche Folge der Kampagne.

Schauplatz 3: Europa, der Schattenkrieg

Was ich vorhergesagt hatte: Iranische Schläferzellen in ganz Europa würden aktiviert. Mordkampagnen gegen Oppositionsfiguren in der Diaspora würden sich verschärfen. Die Verlagerung von iranischen Staatsangehörigen hin zu angeheuerten europäischen Kriminellen für operative Aufgaben würde die Spionageabwehr exponentiell erschweren.

Was sich bewahrheitet hat: Die Behörden bestätigten in den ersten 24 Stunden keine Operationen auf dem europäischen Schauplatz. Analysten hatten dies erwartet: Eine Aktivierung in Europa erfordert Tage bis Wochen, da Zellen Befehle erhalten, Material beschaffen und Ziele auswählen müssen.

Was noch bevorsteht: Die Bedrohungslage bleibt unverändert und ist womöglich sogar verschärft. Ein Regime in den letzten Zügen verliert jenes Abschreckungskalkül, das die Aktivierung von Schläferzellen bislang bremste; es hat nichts mehr zu bewahren, wenn es Zellen in Reserve hält. Europäische Behörden vereitelten während des Krieges im Juni 2025 iranische Anschlagspläne in Schweden und Deutschland, doch Teherans Umstieg darauf, lokale europäische Kriminelle anzuwerben, erschwert die Aufdeckung. Jeder Name auf einem künftigen Nationalen Versöhnungsrat wird damit zur Zielscheibe. Europol und die nationalen Dienste haben nicht das Personal, um dieser Bedrohung in großem Maßstab zu begegnen.

Was ich vorhergesagt hatte: Operateure der Hisbollah-Einheit 910 hatten sich in Stellung gebracht, Cyberoperationen nahmen kritische Infrastruktur ins Visier, und Schläferzellen wurden aktiviert, sobald die Abschreckungsfunktion entfiel.

Was eingetreten ist: Die Behörden bestätigten, dass es in den ersten 24 Stunden keine Operationen auf US-Boden gab. Iran übermittelte Präsident Trump vor den Angriffen im Juni 2025 eine Botschaft mit der Warnung, es könne in den Vereinigten Staaten eingebettete Zellen aktivieren. Lagebilder des Heimatschutzministeriums verweisen durchgängig auf ein „erhöhtes Bedrohungsumfeld“, in dem Schläferzellen eine glaubhafte Vergeltungskomponente darstellen. Iranische Cyberkräfte haben KI-Werkzeuge in ihre Fähigkeiten integriert. Am 28. Februar richteten die Cyberkräfte ihre Operationen nach innen und legten das iranische Internet lahm, doch die Fähigkeit zu nach außen gerichteten Angriffen auf US-Stromnetze, Wasserversorgung, Finanznetzwerke und Kommunikationssysteme besteht.

Was noch bevorsteht: Fachleute bemessen den Zeithorizont der Bedrohung im Inland in Tagen bis Wochen, nicht in Stunden. Ali Kourani spähte militärische Einrichtungen in New York aus. Alexei Saab erkundete Flughäfen und kritische Infrastruktur. Das FBI warnt durchgängig, dass die bekannten Fälle nur einen Bruchteil der tatsächlichen Hisbollah-Präsenz in den Vereinigten Staaten darstellen. Ein Szenario des Regimewechsels beseitigt den Anreiz zur Zurückhaltung; Zellen werden aktiviert, weil es nichts mehr zu bewahren gibt.

IV. DER GOLF WENDET SICH AB: IRANS VERGELTUNG ZERSTÖRT DIE EIGENE ERZÄHLUNG

Die Reaktion der Golfstaaten auf die iranische Vergeltung verdient eine gesonderte Betrachtung, weil sie die mit Abstand bedeutendste strategische Entwicklung des ersten Tages darstellt und diejenige, die wir in der Analyse vor dem Krieg am wenigsten erwartet hatten.

Die Islamische Republik hat vier Jahrzehnte darauf verwendet, die Erzählung einer „Achse des Widerstands“ aufzubauen, in der sie sich als Vorkämpferin der muslimischen Welt positionierte. An einem einzigen Morgen zerstörten iranische ballistische Raketen diese Erzählung gründlicher, als es jede amerikanische oder israelische Bombe vermocht hätte.

Das Zusammenwirken der saudischen Verurteilung samt Angebot militärischer Unterstützung, Bahrains Geltendmachung des Rechts, in Abstimmung mit Verbündeten zu reagieren, sowie der Bestätigung eines zivilen Todesopfers durch die Vereinigten Arabischen Emirate und deren Vorbehalt, eskalieren zu dürfen, führt zu einer neuen regionalen Ausrichtung. Saudi-Arabien positionierte sich nicht als neutraler Vermittler, sondern als aktiver Teilnehmer einer regionalen Koalition gegen Iran – eine dramatische Abkehr von der vorsichtigen Haltung, die es bei früheren iranisch-israelischen Konfrontationen eingenommen hatte. Iranische Raketen haben die 2023 von China vermittelte Annäherung an Teheran getötet; sie ist faktisch tot.

Drei Faktoren erklären die geschlossene Reaktion. Erstens traf Iran souveränes arabisches Territorium und gab damit jeder Regierung sowohl die politische Deckung als auch den innenpolitischen Zwang, entschieden zu reagieren. Zweitens haben sich die Golfstaaten auf diesen Moment vorbereitet: Die saudisch-iranische Annäherung funktionierte stets transaktional, nicht transformativ. Drittens bot Teheran nichts, was des Schutzes wert gewesen wäre: Sein Nutzenversprechen an die arabische Welt wirkte immer dünn, und bis 2026 – mit kollabierender Wirtschaft, aufbegehrender Bevölkerung und einem als hohl entlarvten Militär – hatten die Golfstaaten keinerlei Anreiz, ein scheiterndes Regime zu schützen, das ihr Territorium angreift.

Was am 28. Februar entstand, ist eine Achse der Isolation rund um die Islamische Republik, das Gegenteil der „Achse des Widerstands“. Die Staaten, die Iran angriff, verurteilen es aktiv. Die Staaten, die Iran nicht angriff, ziehen sich aktiv zurück: Kasachstan wies alle Staatsbürger an, das Land zu verlassen, und die Palästinensische Autonomiebehörde rief zur Evakuierung auf. Die Bevölkerung, die Iran zu führen beansprucht, feiert die Angriffe gegen das Regime. Teheran hat etwas Bemerkenswertes erreicht: Es hat die arabischen Golfstaaten, die Vereinigten Staaten und Israel in einer gemeinsamen Sache geeint. Nicht durch Diplomatie. Durch die eigenen Raketen.

V. DIE IRANISCHE STRASSE: DIE FOLGENREICHSTE VARIABLE

Die wichtigste Entwicklung des ersten Tages ist möglicherweise keine militärische. Es ist die Reaktion der iranischen Bevölkerung.

Videos, die Telegram und Iran International überschwemmten, zeigten Bürger, die auf die Angriffe mit offenem Jubel reagierten. Frauen riefen „Tod Chamenei“ aus Wohnungsfenstern. Schülerinnen einer Mädchenschule skandierten „Lang lebe der Schah“. Bürger filmten Rauch, der aus dem Bereich des Chamenei-Komplexes aufstieg, und erklärten, die Angriffe hätten „das Haus“ getroffen. Dies sind keine Einzelfälle. Sie bauen auf nahezu zwei Monaten der größten Proteste seit 1979 auf, denen das Regime mit einem Massaker begegnete, für das es nie Konsequenzen erwartet hatte.

Trump wandte sich direkt an das iranische Volk: „Die Stunde eurer Freiheit ist nahe ... übernehmt eure Regierung.“ Er warnte die Kräfte der Revolutionsgarden, die Waffen niederzulegen, andernfalls erwarte sie „der sichere Tod“, und versprach denjenigen Immunität, die sich ergeben. Netanjahu rief Perser, Kurden, Aserbaidschaner, Belutschen und Ahwazis auf, „das Joch der Tyrannei abzuwerfen“. Pahlavi bezeichnete die Operation als humanitäre Intervention und forderte die Iraner auf, sich bereitzumachen, auf die Straßen zurückzukehren: „Der endgültige Sieg wird weiterhin von uns entschieden.“

Washington, Jerusalem und die Exilopposition stimmen ihre Botschaften aufeinander ab, machen sie explizit und richten sie an jene eine Kraft, die vollenden kann, was Luftangriffe beginnen. Während des zwölftägigen Krieges im Juni 2025 erhob sich die iranische Bevölkerung nicht. Diesmal schaffen das Ausmaß der Zerstörung der Regimeinfrastruktur, die expliziten Aufrufe zum Aufstand und die Tiefe des Volkszorns nach den Massakern im Januar grundlegend andere Bedingungen.

Die Frage, die die kommenden Tage beantworten werden: Übersetzt sich die Bereitschaft in Handeln?

VI. DIE HERAUSFORDERUNG DES ÜBERGANGS

Die Übergangsherausforderung, die ich am 19. Februar skizziert habe, ist kein Planungsszenario mehr. Sie ist ein operativer Countdown.

Iran befand sich bereits vor Beginn der Kampagne in einem Zustand des Infrastrukturkollapses. Die Militärschläge zerstörten, was noch funktionierte. Amerikanische und israelische Präzisionsschläge richteten sich gegen militärische und staatliche Einrichtungen, doch Irans zivile Infrastruktur, darunter Stromnetz, Wasseraufbereitung, Telekommunikation und Verkehr, war bereits fragil und eng mit militärischen Systemen verflochten. Kollateralschäden an einem ohnehin versagenden Stromnetz zwingen Krankenhäuser in die Dunkelheit, lassen Wasserpumpstationen ausfallen und lassen Lebensmittelverteilungsketten zusammenbrechen.

Hilfsorganisationen bemessen den humanitären Zeithorizont in Stunden. Teheran, eine Megastadt mit 15 Millionen Einwohnern, stand schon unter normalen Bedingungen vor dem Risiko, dass das Wasser ausgeht. Mit der militärisch bedingten Störung der Pumpinfrastruktur materialisiert sich innerhalb von 72 Stunden eine Wasserkrise in der Megastadt. Der Süden Teherans, der bereits 32 Prozent der Stromausfalllast trug, während wohlhabende nördliche Viertel 1 Prozent trugen, wird es zuerst und am härtesten spüren – und das erzeugt eine klassenbasierte Wut, die sich nicht sauber in regimetreue oder regimefeindliche Kategorien einordnen lässt.

Die Vereinigten Staaten werden daran arbeiten, Massenhunger und Seuchen zu verhindern, statt lediglich wiederaufzubauen.

Die Revolutionsgarden kontrollieren schätzungsweise 20 bis 40 Prozent der iranischen Wirtschaft: Bauwesen, Telekommunikation, Energie sowie Import- und Exportsektoren. Zehntausende mit den Revolutionsgarden verbundene Familien hängen von diesem Patronagenetz ab. Die Enthauptung der Führungsstruktur, die der Koalition am 28. Februar gelang, beseitigt die Spitzenführung, lässt aber Hunderte Kommandeure mittlerer Ebene zurück, von denen jeder lokale Herrschaftsbereiche kontrolliert. Diese Kommandeure stehen vor einer Wahl, die die Koalition unverzüglich mitgestalten muss: Kapitulation mit Amnestie oder Kampf als Warlords gegen eine Koalition, die bereits bewiesen hat, dass sie jedes Ziel in Iran nach Belieben treffen kann.

Die Basidsch, mit einer bis fünf Millionen Mitgliedern, je nachdem, wie Analysten aktive und Reservemitglieder zählen, umfassen sowohl Überzeugungstäter als auch wirtschaftlich Abhängige. Während der Januar-Proteste verweigerten einige Einheiten Befehle. Genug befolgten sie, um Zehntausende abzuschlachten. In einem Szenario des Regimewechsels haben Loyalisten nichts mehr zu verlieren. Die Massaker vom Januar, bei denen Sicherheitskräfte verwundete Demonstranten in Krankenhäusern erschossen und ausländische Söldner einsetzten, gaben einen Vorgeschmack auf die Brutalität eines in die Enge getriebenen Sicherheitsapparats.

Ein allgemeiner Amnestierahmen bleibt unerlässlich, um einen Staatszerfall zu verhindern, doch er stößt auf die rohe Realität des Januar 2026. Sicherheitskräfte erschossen Demonstranten in Krankenhäusern, töteten in 48 Stunden schätzungsweise 30.000 oder mehr Menschen und nahmen über 50.000 fest. Die Angehörigen dieser Opfer werden eine pauschale Amnestie für jene, die ihre Kinder ermordet haben, niemals akzeptieren.

Die Koalition muss den einzig gangbaren Ansatz verfolgen: Amnestie und Rechenschaft gleichzeitig. Einfache Soldaten, die die Waffen niederlegen, werden nicht strafrechtlich verfolgt. Kommandeure, die die Massaker befohlen haben, kommen vor Gericht. Südafrikas Wahrheits- und Versöhnungskommission liefert die Vorlage, die die Planer an iranische Verhältnisse anpassen und in einen Zeitrahmen komprimieren müssen, den der kollabierende Staat sich nicht leisten kann auszudehnen.

VII. DIE LANDSCHAFT DER OPPOSITION

Jeder glaubwürdige Übergangsrahmen verlangt von den Planern eine ehrliche Bewertung der Kräfte, die ihn anführen können.

Reza Pahlavi erklärte, er habe nach den Angriffen vom Juni 2025 Tausende auf seiner Plattform für Nationale Zusammenarbeit (National Cooperation Platform) registriert, die bereit seien, einen Übergang zu unterstützen. Die Proteste von Dezember 2025 bis Januar 2026 markierten den folgenreichsten Moment in der Geschichte der iranischen Opposition seit 1979. Die Ereignisse beantworteten die grundlegende Frage: Das organisierte Pahlavi-Netzwerk war nicht einsatzfähig, als das Regime Menschen auf den Straßen massakrierte.

Die Proteste verliefen weitgehend führungslos bis zu Pahlavis Videoaufruf zum Handeln am 8. Januar, elf Tage nach Beginn des Aufstands. Sein Aufruf, um 20 Uhr Parolen zu rufen, gelang als symbolischer Akt: In ganz Teheran brachen Viertel in Rufe aus. Doch es blieb ein Social-Media-Moment, nicht die Aktivierung eines organisierten operativen Netzwerks. Die Tausenden „Regimeinsider“ der Plattform brachten keine Überläufer hervor, besetzten keine Gebäude und errichteten keine parallele Autorität. Echte revolutionäre Infrastruktur erfordert konspirative Wohnungen, Kommunikation, die ohne Internet funktioniert, Waffenverstecke sowie Führung und Kontrolle, die einen Blackout überstehen. Nichts davon existierte.

Am 28. Februar veröffentlichte Pahlavi eine weitere Videobotschaft; diesmal bezeichnete er die Angriffe als „humanitäre Intervention“ und forderte die Iraner auf, sich bereitzumachen, auf die Straßen zurückzukehren. Der nun laufende Test wird zeigen, ob sich dies in operatives Handeln vor Ort übersetzt oder ein weiterer symbolischer Moment aus der Diaspora bleibt.

Der Irak und Ahmed Tschalabi liefern die Mahnung. Tschalabi hatte Rückendeckung der CIA, Geld und eine überzeugende Erzählung, aber keine organische Unterstützung im Irak selbst. Pahlavi verfügt über Rückhalt in der Diaspora, Medienzugang und monarchistische Nostalgie, die in Umfragen bis zu 31 Prozent erreicht. Doch er lebt seit seiner Kindheit außerhalb Irans, und seine Unterstützerbasis ist in Los Angeles und London am stärksten, nicht in den Basaren Teherans.

Monarchistische Nostalgie ist kein politisches Mandat. Menschen riefen während der Januar-Proteste „Pahlavi wird zurückkehren!“, aber sie riefen auch „Tod dem Diktator!“ und „Tod der Islamischen Republik!“. Die Proteste drückten die Ablehnung des bestehenden Systems aus, nicht die Zustimmung zu einer bestimmten Alternative. Der Globale Aktionstag am 14. Februar zeigte Reichweite, aber keine Tiefe: Mobilisierungsfähigkeit für symbolische Aktionen, aber nicht die organisatorische Fähigkeit, ein Machtvakuum zu füllen, eine Übergangsregierung zu besetzen, Waffendepots zu sichern, die Lebensmittelverteilung aufrechtzuerhalten oder eine ethnische Fragmentierung zu verhindern.

Die Kluft zwischen „Menschen rufen Parolen, wenn man sie darum bittet“ und „Menschen folgen Regierungsanweisungen, während alles zusammenbricht“ entscheidet darüber, ob Iran einen demokratischen Übergang schafft oder zu einem gescheiterten Staat wird.

VIII. DER WEG ZUM ERFOLG

All die genannten Probleme stellen reale Gefahren dar, und dennoch bleibt ein erfolgreicher Übergang möglich. Aber nur, wenn die Planung die Hindernisse ehrlich bewertet, statt so zu tun, als existierten sie nicht. Die Kampagne läuft. Was folgt, ist keine Checkliste mehr für die Zeit vor den Angriffen. Es ist eine unmittelbare operative Agenda.

Der Nationale Versöhnungsrat muss für die Iraner sichtbar funktionieren, wenn die Befehlsgewalt des Regimes zusammenbricht – was Stunden oder Tage entfernt sein kann. Die Planer müssen unverzüglich einen inklusiven Rat einberufen, der Vertreter der Grünen Bewegung, Monarchisten, Reformer, ethnische Gruppen, zivilgesellschaftliche Bewegungen, religiöse Minderheiten und Kulturschaffende zusammenführt: 25 oder mehr Personen, die das gesamte Spektrum der iranischen Gesellschaft repräsentieren, müssen jetzt zusammentreten, verhandeln und Legitimität herstellen. Ist der Nationale Versöhnungsrat nicht bereits einsatzfähig, wenn das Vakuum entsteht, werden stattdessen lokale Kommandeure, ethnische Milizen und Überreste der Revolutionsgarden es füllen.

Der Nationale Versöhnungsrat muss Amnestie und Rechenschaft gleichzeitig verkünden. Iraner, die die Massaker vom Januar erlebt haben, müssen zwei Botschaften in einem Atemzug hören: Einfache Soldaten, die die Waffen niederlegen, entgehen der Strafverfolgung, und Kommandeure, die die Massaker befohlen haben, kommen vor Gericht. Der Rat muss die Verwaltung am Laufen halten. Iran beschäftigt 2,5 Millionen Staatsbedienstete: Lehrer, Angestellte, Ingenieure und Beschäftigte im Gesundheitswesen. Der Rat sollte als erstes Dekret die Fortsetzung der Beschäftigung und der Gehaltszahlungen für alle Beamten garantieren, die nicht unmittelbar an der Repression beteiligt waren, und so verhindern, dass 2,5 Millionen plötzlich Arbeitslose sich einem Aufstand anschließen.

Die Behörden müssen unverzüglich ethnische Verbindungsteams nach Kurdistan, Belutschistan, Chusestan und Aserbaidschan entsenden. Kurdische, belutschische, arabische und aserische Vertreter müssen innerhalb von 72 Stunden physisch in ihre Regionen reisen, mit einer klaren Botschaft: Die neue Regierung vertritt euch, der Verfassungsprozess wird eure Autonomieanliegen aufgreifen, doch Sezession entfacht einen Bürgerkrieg, in dem alle verlieren.

Die Streitkräfte müssen die Infrastruktur der Islamic Republic of Iran Broadcasting als militärisches Ziel sichern: zur Übernahme, nicht zur Zerstörung. Das Regime behielt während der Januar-Proteste die Kontrolle durch eine Internetabschaltung. Eine Übergangsregierung braucht genau das Gegenteil: das Fluten des Raums mit Informationen. Die Übernahme von IRIB und die Wiederherstellung des Internetzugangs erlauben es dem Nationalen Versöhnungsrat, direkt mit 90 Millionen Iranern zu kommunizieren. Nach den ersten 24 Stunden der Kampagne übertrifft dieses Ziel jedes militärische Ziel an Bedeutung.

Iran ist nicht der Irak. Es besitzt eine 2.500 Jahre alte nationale Identität, eine Alphabetisierungsrate von 98 Prozent, eine große gebildete Mittelschicht, einen funktionierenden, wenn auch verfallenen bürokratischen Staat und eine Bevölkerung, die wiederholt – 1979, 2009, 2019, 2022 und 2026 – bewiesen hat, dass sie sich für politischen Wandel selbst organisieren kann. Neunzig Prozent der iranischen Kurden verstehen sich als Iraner. Das Land bringt eine organische Zivilgesellschaft hervor, wie sie der Irak nie besaß. Das Rohmaterial für einen demokratischen Übergang ist vorhanden. Die Proteste vom Januar 2026 zeigten die Unhaltbarkeit des repressiven Modells des Regimes. Die Erosion der Angst in Verbindung mit Fahnenflucht in der Armee, wachsender Zurückhaltung der Basidsch und einem wirtschaftlichen Zusammenbruch, der die Loyalität der Patronagenetze untergräbt, bedeutet, dass die Fähigkeit des Regimes zur Aufrechterhaltung der Kontrolle auch ohne äußere Intervention abnahm. Die Jubelfeiern auf den Dächern am 28. Februar, bei denen Frauen die Angriffe auf den Komplex des Obersten Führers bejubelten, bestätigen, dass der psychologische Bruch zwischen Bevölkerung und Regime vollständig ist.

Der inklusive Rahmen des Nationalen Versöhnungsrats bietet den einzigen Ansatz, der eine Fragmentierung nach irakischem Muster verhindern kann. Er arbeitet schwerfällig und langsam, doch die Alternative, einen Sieger auszuwählen, ist jedes Mal gescheitert. Das Gebot der Stunde verlangt, ihn jetzt zusammenzustellen und einsatzfähig zu machen.

IX. POLITISCHE EMPFEHLUNGEN

Die folgenden Empfehlungen, ursprünglich an politische Entscheidungsträger gerichtet, die sich auf Operationen vorbereiten, richte ich nun an politische Entscheidungsträger, die laufende Operationen aktiv steuern. Der Übergang vom Status vor den Angriffen zur laufenden Kampagne macht jeden Punkt dringlicher.

1. Humanitäre Infrastruktur unverzüglich verlegen. Logistikeinheiten müssen Wasseraufbereitungsanlagen, Notnahrungsmittel, mobile medizinische Einheiten und Kommunikationsmittel aus Bereitstellungsräumen am Golf innerhalb von 48 Stunden in Einsatzbereitschaft bringen. Der Kongress muss mindestens 2 Milliarden Dollar für die sofortige humanitäre Hilfe in den ersten 90 Tagen bereitstellen. Der Irak lehrte eine entscheidende Lektion: Den Krieg zu gewinnen und den Frieden zu verlieren, führt zum strategischen Scheitern. Die Welt schaut nach den Massakern vom Januar genau hin. Amerikas Glaubwürdigkeit hängt davon ab, dass die Zahl ziviler Todesopfer nach der Intervention sinkt und nicht steigt.

2. Den Nationalen Versöhnungsrat noch heute einsatzfähig machen. Die politische Führung muss einen inklusiven Rat aus 25 oder mehr iranischen Oppositionsfiguren einberufen, die alle wesentlichen Gruppen repräsentieren. Dieses Gremium muss jetzt zusammentreten und Regierungsrahmen erarbeiten, statt sich erst in den Trümmern zu versammeln. Geberstaaten müssen ein Sekretariat finanzieren, sichere Kommunikation einrichten und die politische Arbeit beginnen, Konsens zwischen Fraktionen herzustellen, die einander historisch misstrauen. Das Vakuum nach Chamenei wird sich in Stunden bemessen. Der Nationale Versöhnungsrat muss bereitstehen, es zu füllen.

3. Die Beschlagnahmung der Rundfunkinfrastruktur als vorrangiges militärisches Ziel festlegen. Spezialkräfte müssen IRIB-Einrichtungen und Internet-Austauschknoten übernehmen, nicht zerstören. Die Einsatzkräfte müssen eine vorpositionierte persischsprachige Sendekapazität innerhalb von sechs Stunden nach dem Zusammenbruch der Regimeführung auf Sendung bringen. Die Informationsschlacht entscheidet über die Schlacht um den Übergang.

4. Die Verteidigungsbereitschaft im Inland erhöhen. Das Heimatschutzministerium (DHS) ist anzuweisen, die Aktivierung iranischer Schläferzellen und koordinierte Cyberangriffe als unmittelbar bevorstehend und nicht als theoretisch zu behandeln. Die Abschreckungsfunktion, die diese Zellen in Reserve hielt, existiert nicht mehr. Strafverfolgungsbehörden müssen sich mit dem FBI zum Netzwerk der Hisbollah-Einheit 910 abstimmen. Die Behörden müssen die Cyberabwehr kritischer Infrastrukturen härten. Verantwortliche müssen die Führung des Kongresses über den realistischen Bedrohungszeitraum unterrichten: Tage bis Wochen.

5. Die Energiemärkte jetzt stabilisieren. Die Regierung muss sich mit der Internationalen Energieagentur, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten über Freigaben aus strategischen Erdölreserven abstimmen, um eine mögliche Störung in der Straße von Hormus abzufedern. Verhandlungsführer müssen Rahmenwerke für Tankerversicherungen vorab aushandeln. Die wirtschaftlichen Folgen selbst einer vorübergehenden Schließung der Straße könnten die innenpolitische Unterstützung für die gesamte Operation untergraben. Saudi-Arabiens Angebot vom 28. Februar, den angegriffenen Staaten „all seine Fähigkeiten“ zur Verfügung zu stellen, eröffnet die Möglichkeit einer beschleunigten Energiekoordinierung.

6. Ethnische Verbindungsteams am ersten Tag des Übergangs entsenden. Planer müssen kurdische, belutschische, arabische und aserbaidschanische Gesprächspartner identifizieren, vorbereiten und für den sofortigen Einsatz bereithalten. Diplomaten müssen Autonomierahmen im Vorfeld aushandeln, die die territoriale Integrität Irans wahren und zugleich berechtigte Beschwerden aufgreifen. Das Zeitfenster zwischen dem Sturz des Regimes und ethnischer Fragmentierung ist bestenfalls 72 Stunden lang offen.

7. Das Amnestie-und-Rechenschaftsrahmenwerk sofort verkünden. Klare Kriterien sind jetzt zu veröffentlichen, bevor die Streitkräfte den Ausgang des Feldzugs festschreiben: Amnestie für einfache Soldaten, die die Waffen niederlegen, Rechenschaft für Kommandeure, die die Massaker im Januar befohlen haben. Die Führung muss dieses Rahmenwerk innerhalb von Stunden nach dem Zusammenbruch des Regimes verkünden, um sowohl Aufstandsbewegungen als auch Rachezyklen zu verhindern. Trumps Zusage vom 28. Februar, sich ergebenden Kräften der Revolutionsgarden „faire Behandlung und Immunität“ zu gewähren, hat den rhetorischen Rahmen gesetzt. Operative Substanz muss ihn untermauern.

8. Die Chalabi-Falle vermeiden. Verantwortliche dürfen keine einzelne Oppositionsfigur im Voraus zum Gesicht des Übergangs küren. Reza Pahlavi liefert ein Puzzleteil, denn seine monarchistische Anhängerschaft und seine internationale Sichtbarkeit bleiben ein Aktivposten. Doch ein Anmeldeformular schafft keine Revolution, und der Test im Januar hat die Kluft zwischen Plattform und Macht offengelegt. Das Rahmenwerk des Nationalen Versöhnungsrats (NRC) verteilt Legitimität über mehrere Lager hinweg und bietet damit den einzigen Ansatz, der den ersten Kontakt mit der Realität übersteht.

SCHLUSSFOLGERUNG

Vor neun Tagen hat dieses Papier die Szenarien bewertet, die eintreten würden, falls die Vereinigten Staaten den Iran angreifen. Der Angriff hat stattgefunden. Die Szenarien sind nicht länger hypothetisch.

Der erste Tag bestätigte, dass die Islamische Republik sich nicht verteidigen kann. Ihre Luftabwehr erwies sich über der eigenen Hauptstadt als nicht existent. Ihre Vergeltungsschläge erreichten israelische und Golfziele, wurden von der Luftabwehr aber weitgehend abgefangen. Ihre Kommandostruktur erlitt Verluste, die die regimeeigenen Medien als katastrophal beschrieben. Ihr Stellvertreternetzwerk – Hisbollah, irakische Milizen und die Huthi – feuerte von der Peripherie aus, konnte aber das Zentrum nicht schützen. Ihre Bevölkerung scharte sich nicht um die Fahne. Sie feierte von den Dächern.

Der erste Tag bestätigte zudem, dass Irans Vergeltung, militärisch zwar marginal, ein politisches Erdbeben auslöste, mit dem das Regime nicht gerechnet hatte. Indem Teheran Golfstaaten angriff, verschaffte es Saudi-Arabien, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten die politische Deckung und den innenpolitischen Zwang, sich einer regionalen Ausrichtung gegen die Islamische Republik anzuschließen. Das Narrativ der „Achse des Widerstands“ brach in dem Moment zusammen, in dem iranische Raketen auf arabischem Hoheitsgebiet einschlugen. Es entstand eine Achse der Isolation.

Die militärische Phase des Feldzugs dauert an. Die IDF erklärte, sie werde so lange operieren wie nötig. US-Vertreter sprachen von einer mehrtägigen Operation, während Israel 120.000 Reservisten mobilisierte. Die Streitkräfte erweitern das Zielspektrum, je weiter die Aufklärung voranschreitet.

Doch die entscheidende Phase beruht auf Politik, nicht auf dem Militär. Sie hängt vom Übergang ab, der folgt. Der Iran, ein Land mit 90 Millionen Einwohnern, dessen Infrastruktur bereits zusammenbricht, mit einer Wirtschaft im freien Fall, ethnischen Bruchlinien unter Druck, Millionen bewaffneter Regimeanhänger vor einer existenziellen Entscheidung und einer Exilopposition mit medialer Reichweite, aber ohne operative Tiefe, wird entweder einen demokratischen Übergang schaffen oder zum gescheiterten Staat werden. Der Abstand zwischen diesen Ergebnissen bemisst sich in Stunden der Vorbereitung.

Der Iran unterscheidet sich vom Irak. Er verfügt über die zivilisatorische Tiefe, die gebildete Bevölkerung und die organisch gewachsene Zivilgesellschaft, um eine Demokratie zu tragen. Doch das Zeitfenster zwischen dem Zusammenbruch des Regimes und dem Staatsversagen schließt sich rasch. Jede Empfehlung in diesem Papier, darunter humanitärer Einsatz, Zusammenstellung des Nationalen Versöhnungsrats, Rundfunkbeschlagnahmung, Härtung im Inland, Energiestabilisierung, ethnische Verbindungsarbeit, Amnestierahmen und inklusive Führung, muss einsatzbereit sein, bevor die Befehlsgewalt des Regimes erlischt.

Die Frage lautet nicht mehr, ob die Vereinigten Staaten die Islamische Republik beseitigen können. Der erste Tag hat sie beantwortet. Die Frage ist, ob Washington die strategische Disziplin besitzt, das zu bewältigen, was als Nächstes kommt. Washington beantwortet diese Frage jetzt.

Gregg Roman, Executive Director, Forum für den Nahen Osten (Middle East Forum), 28. Februar 2026

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