US-Hospitalschiffe nach Dubai entsenden, um Iranern zu helfen
Berichten zufolge dringen iranische Sicherheitskräfte in Krankenhäuser ein, um verwundete Iraner zu ermorden, und viele Iraner trauen sich aus Angst nicht mehr in Behandlung.
Michael Rubin ist auf Iran, die Türkei und das Horn von Afrika spezialisiert. Zu seinem Werdegang zählt auch eine Tätigkeit als Beamter im Pentagon, verbunden mit Einsätzen vor Ort in Iran, Jemen und Irak sowie Kontakten zu den Taliban vor dem 11. September. Rubin hat außerdem zur militärischen Ausbildung beigetragen und Einheiten der US Navy und des Marine Corps zu regionalen Konflikten und Terrorismus unterrichtet. Zu seinen wissenschaftlichen Arbeiten gehören mehrere zentrale Veröffentlichungen, darunter „Dancing with the Devil“ und „Eternal Iran“. Rubin erwarb seinen Ph.D. und M.A. in Geschichte sowie einen B.S. in Biologie an der Yale University.

Als im September 2022 die Bewegung „Frau, Leben, Freiheit“ ausbrach, setzten die iranischen Sicherheitskräfte auf eine neue Taktik: Sie schossen den Demonstranten Schrot ins Gesicht – mit dem Ziel, sie zu blenden und zu verstümmeln. Die psychologische Wirkung solcher Verletzungen, so ihr Kalkül, werde die Öffentlichkeit in Angst und Schrecken versetzen und sie zwingen, in ihre Häuser zurückzukehren.
Mehr als drei Jahre später ist aus einem wirtschaftlichen Protest ein Revolutionsversuch geworden. Noch hat das Regime die Oberhand, doch eines ist klar: Die Sicherheitskräfte des Regimes und die irakischen, afghanischen und libanesischen Söldner, die sie zur Unterdrückung iranischer Demonstranten angeworben haben, haben Tausende getötet und weit mehr verwundet. Angesichts von Berichten, dass iranische Paramilitärs und Angehörige des Korps der Islamischen Revolutionsgarden in Krankenhäuser eindringen, um verwundete Iraner zu ermorden, dürften viele Iraner Angst haben, ins Krankenhaus zu gehen oder die Behandlung in Anspruch zu nehmen, die sie so dringend benötigen. Sollte das Regime seine Kontrolle wieder festigen, müssen die Iraner zudem mit einer Schreckensherrschaft rechnen – und werden daher beginnen, das Land zu verlassen.
Präsident Donald Trump könnte entweder das Vorgehen von Präsident George H.W. Bush wiederholen, der im Februar 1991 das irakische Volk zum Aufstand aufrief, sich dann aber abwandte, als es sich erhob – oder er könnte dem Weg von Präsident Bill Clinton folgen, der beschloss, dem serbischen Massenmord an den Kosovo-Albanern ein Ende zu setzen, nur um dann festzustellen, dass das Pentagon sechs Wochen brauchen würde, um seine Apache-Hubschrauber in Stellung und einsatzbereit zu bringen, weil sein eigenes Verteidigungsministerium der Rhetorik des Präsidenten geglaubt hatte, man werde keine Bodentruppen einsetzen. Da die Trägerkampfgruppe der USS Abraham Lincoln aus dem Südchinesischen Meer in Richtung des nördlichen Indischen Ozeans vorstößt, werden die Iraner bald wissen, was Trump vorhat.
So oder so sollte er jedoch dem iranischen Volk helfen, besonders jenen, die für Freiheit und Selbstbestimmung auf die Straße gegangen sind und nun deswegen ernsthafte Verletzungen davongetragen haben. Die U.S. Navy unterhält zwei Hospitalschiffe: die USNS Mercy mit Heimathafen San Diego, Kalifornien, und die USNS Comfort mit Stützpunkt Norfolk, Virginia. Er sollte anordnen, eines davon nach Dubai zu entsenden, um allen Iranern, die es dorthin schaffen, kostenlose medizinische Versorgung anzubieten. Genau dafür gibt es solche Mittel. Während reflexhafte Gegner eines solchen Schrittes befürchten mögen, Iran könnte solche Schiffe angreifen, ist dies aus zwei Gründen unwahrscheinlich. Erstens scheut Iran davor zurück, die Vereinigten Arabischen Emirate zu verärgern, die Milliarden Dollar an iranischen Investitionen und Konten halten. Zweitens erlauben die Emirate ohnehin schon, dass US-Militäreinheiten ohne Zwischenfälle anlegen oder passieren, weil die iranische Regierung keine Vergeltung provozieren will, die sie nicht überleben könnte. Nahezu jeder US-Flugzeugträger oder amphibische Angriffsträger, der den Persischen Golf besucht hat, hat in Jebel Ali in Dubai angelegt. Das Korps der Islamischen Revolutionsgarden dürfte sich weit mehr um die Lincoln sorgen als um die Comfort oder die Mercy.
Der Wert der Behandlung von Iranern wäre nicht nur humanitär, sondern auch wichtig, um der Welt genau zu zeigen, was geschehen ist und welche Absicht das Klerikerregime verfolgt, wenn es Männer, Frauen und Kinder verkrüppelt und verstümmelt.
Es gibt dafür auch ein jüngeres Beispiel. Weniger als einen Monat nach Trumps Rückkehr ins Oval Office retteten die USS Devastator und der Kutter Clarence Sutphin Jr. der U.S. Coast Guard fünf Iraner, nachdem das Frachtschiff M/V Shayesteh im Persischen Golf gesunken war. Sechs Monate zuvor hatten Seeleute der Trägerkampfgruppe der USS Theodore Roosevelt zwei iranische Seeleute gerettet und ihnen an Bord des Trägers medizinische Versorgung, Nahrung und Wasser bereitgestellt.
Kriegsminister Pete Hegseth sieht sich selbst als Soldat unter Soldaten, doch manchmal können nichtkinetische Mittel den US-Interessen weit mehr dienen, als bloß „Whac-A-Mole“ mit den Revolutionsgarden zu spielen. Um des iranischen Volkes willen: Entsenden Sie die Hospitalschiffe jetzt.
