Bürger nur dem Namen nach: Pakistans schwindende Hindu-Minderheit
Eine Neo-Dhimmitude betreibt seit acht Jahrzehnten die Auslöschung.
Imran Khurshid, Ph.D., ist Associate Research Fellow am International Centre for Peace Studies in Neu-Delhi, Indien.

Abstract
Dieser Beitrag untersucht, wie Pakistans hinduistische Minderheit seit der Staatsgründung 1947 Schritt für Schritt an den Rand gedrängt wurde. Vor der Teilung stellten Hindus etwa 13,5 bis 15 Prozent der Bevölkerung in dem Gebiet, das heute Pakistan ist. Nach dem pakistanischen Zensus von 2023 machen Hindus heute nur noch 1,61 Prozent der Bevölkerung des Landes aus. Zwar ging der anfängliche demografische Rückgang weitgehend auf die Teilung zurück, doch argumentiert dieser Beitrag, dass die Erfahrungen der verbliebenen hinduistischen Gemeinschaft in den vergangenen acht Jahrzehnten ein umfassenderes Muster institutioneller Diskriminierung und sozialer Ausgrenzung offenbaren, das Unsicherheit verstärkt und die anhaltende Auswanderung begünstigt hat. Untersucht werden verfassungsrechtliche und gesetzliche Diskriminierung, Zwangskonversionen und Zwangsheiraten hinduistischer Mädchen, Landenteignung, Diskriminierung am Arbeitsmarkt, Angriffe auf Tempel, unzureichender Zugang zum Recht sowie der begrenzte Schutz religiöser Minderheiten. Darüber hinaus wird die schleichende Erosion der hinduistischen Identität Pakistans betrachtet: durch Vernachlässigung und Zerstörung religiösen Erbes, die Umbenennung zahlreicher Ortschaften und Straßen mit hinduistischem, sikhistischem und jainistischem Bezug nach der Teilung sowie das Verblassen der pluralistischen Vergangenheit Pakistans vor der Teilung. Schließlich wird Pakistans internationales Eintreten für Minderheitenrechte an den dokumentierten Bedingungen gemessen, unter denen die eigene hinduistische Minderheit lebt.
Gestützt auf Zensusdaten, Unterlagen pakistanischer Behörden, Berichte internationaler Menschenrechtsorganisationen, wissenschaftliche Forschung und dokumentierte Fallstudien verwendet der Beitrag „Neo-Dhimmitude“ als analytischen Rahmen, um zu prüfen, ob Muster, die historisch mit religiöser Unterordnung verbunden waren – etwa ungleicher Status, religiöse Verwundbarkeit, Zwang, Beschränkungen des religiösen Lebens und die Erosion der Gemeinschaftsidentität –, in Pakistan in zeitgenössischer Form auftreten.
Historische Dhimmitude und das Aufkommen der Neo-Dhimmitude
Die Lage der hinduistischen Minderheit Pakistans spiegelt eine lange und komplexe Geschichte religiöser Marginalisierung, Diskriminierung und sozialer Ausgrenzung wider. Historisch bezeichnete Dhimmitude den rechtlichen und gesellschaftlichen Status nichtmuslimischer Gemeinschaften, die unter islamischer Herrschaft geschützt, zugleich aber in eine untergeordnete Stellung versetzt wurden. Bat Ye’or, eine Autorin, die für ihre Arbeiten über die historischen Erfahrungen von Juden und Christen unter muslimischer Herrschaft bekannt ist, dokumentiert in The Dhimmi: Jews and Christians Under Islam Einschränkungen, die zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten gegen Juden und Christen verhängt wurden, darunter Beschränkungen religiöser Institutionen, des öffentlichen Lebens, der Besteuerung, der Beschäftigung und des politischen Status. [1] Ihr späteres Werk The Decline of Eastern Christianity Under Islam: From Jihad to Dhimmitude untersucht die Erfahrungen christlicher Gemeinschaften im gesamten Nahen Osten und in Anatolien, einschließlich Episoden von Diskriminierung, Verfolgung, Zwangskonversion, Vertreibung und Einschränkungen des christlichen religiösen Lebens. [2]
Der historische Begriff bedarf im pakistanischen Kontext jedoch einer wichtigen Einschränkung. Hindus wurden historisch nicht in genau derselben Weise als Dhimmis eingestuft wie Juden und Christen, deren Schutzstatus in der klassischen islamischen Jurisprudenz fester verankert war. Der Status von Hindus und anderen nichtabrahamitischen Gemeinschaften variierte zwischen muslimisch beherrschten Gesellschaften und historischen Epochen. Anver M. Emon, Professor für Rechtswissenschaft und Canada Research Chair in Islamic Law and History an der University of Toronto, zeigt in Religious Pluralism and Islamic Law: Dhimmis and Others in the Empire of Law, dass die historische Dhimma selbst ein komplexer Rechtsrahmen war, dessen Anwendung je nach Zeit, Ort, politischen Umständen und Auslegung unterschiedlich ausfiel. [3]
Der Begriff der Neo-Dhimmitude besagt daher nicht, dass Pakistan das mittelalterliche Dhimma-System schlicht reproduziert hätte. Die Frage ist nicht, ob Hindus technisch gesehen Dhimmis sind, sondern ob sie einen ungleichen religiösen Status erfahren – durch verfassungsrechtliche Beschränkungen, begrenzte politische und wirtschaftliche Chancen, berufliche Segregation, Beschränkungen religiöser Institutionen, Zwangskonversionen, Anfälligkeit für Blasphemievorwürfe und unzureichenden staatlichen Schutz. Der Vergleich in diesem Beitrag ist daher struktureller, nicht historischer oder juristischer Natur: Er behauptet nicht, dass Pakistans Hindus denselben Rechtsstatus innehaben wie klassische Dhimmis, sondern dass bestimmte Muster religiöser Ungleichheit, Verwundbarkeit, Diskriminierung und institutioneller Unterordnung analytische Ähnlichkeiten mit Zuständen aufweisen, die historisch mit der Dhimmitude verbunden waren. „Neo-Dhimmitude“ dient somit als Rahmen, um zu untersuchen, wie formale Staatsbürgerschaft mit substanzieller religiöser Ungleichheit koexistieren kann und wie rechtliche, soziale, ideologische und institutionelle Faktoren zusammenwirken können, um Muster der Unterordnung von Minderheiten in einem modernen Staat zu reproduzieren.
Diese Muster spiegeln sich auch in der demografischen und sozialen Stellung der religiösen Minderheiten Pakistans wider. Minderheiten in Pakistan, insbesondere Hindus, Sikhs und andere, sehen sich schweren Menschenrechtsverletzungen und harten Bedingungen ausgesetzt. Zur Zeit der Teilung Indiens 1947 stellten Hindus etwa 15 bis 17 Prozent der Bevölkerung in den Gebieten, die heute Pakistan bilden. Laut dem pakistanischen Zensus von 2023 machen Hindus heute rund 1,61 Prozent der Bevölkerung des Landes aus, etwa 3,87 Millionen Menschen – ein dramatischer Rückgang gegenüber ihrer demografischen Präsenz vor der Teilung. [4] Dieser demografische Wandel wurde zwar teilweise durch die massenhafte Migration während der Teilung geprägt, doch die anhaltende Marginalisierung und der Rückgang ihres Anteils über die Jahrzehnte spiegeln die Diskriminierung, Unsicherheit und Herausforderungen wider, denen die Gemeinschaft ausgesetzt ist.
Vor diesem Hintergrund untersucht dieser Beitrag die Lage religiöser Minderheiten in Pakistan mit besonderem Blick auf die hinduistische Gemeinschaft und geht den politischen, verfassungsrechtlichen, sozialen und ideologischen Faktoren nach, die seit der Teilung zu ihrer Marginalisierung beigetragen haben. Er verwendet „Neo-Dhimmitude“ als analytischen Rahmen, um die gegenwärtige Erfahrung der hinduistischen Minderheit Pakistans zu bewerten und zu prüfen, inwieweit historische Muster religiöser Unterordnung in moderner Form wieder aufgetreten sind.
Jinnahs Tod und die frühen Anzeichen konfessioneller Intoleranz
Nach der Gründung Pakistans auf der Grundlage der Zwei-Nationen-Theorie erklärte der Staatsgründer Muhammad Ali Jinnah, jeder solle frei sein, seine eigene Religion zu bekennen, auszuüben und zu verbreiten und nach seinen eigenen Wünschen zu leben. [5] In seiner historischen Rede vor der Verfassunggebenden Versammlung am 11. August 1947 verkündete Jinnah: „Sie sind frei; Sie sind frei, in Ihre Tempel zu gehen. Sie sind frei, in Ihre Moscheen oder an jeden anderen Ort der Anbetung in diesem Staat Pakistan zu gehen“, und fügte hinzu: „Jeder von Ihnen ist, gleich welcher Hautfarbe oder welchen Glaubens, in erster, zweiter und letzter Linie ein Bürger des Staates, mit gleichen Rechten, Vorrechten und Pflichten.“ Jinnah ging so weit zu erklären: „Sie werden feststellen, dass mit der Zeit Hindus aufhören würden, Hindus zu sein, und Muslime aufhören würden, Muslime zu sein – nicht im religiösen Sinne, denn das ist der persönliche Glaube jedes Einzelnen, sondern im politischen Sinne als Bürger des Staates.“ [6]
Eingetreten ist jedoch das Gegenteil. Statt diese Vision gleicher Bürgerschaft zu verwirklichen, schrieben aufeinanderfolgende Regierungen religiöse Diskriminierung unmittelbar in die Verfassung, behandelten religiöse Minderheiten nicht gleichberechtigt und setzten sie anhaltender Diskriminierung aus.
Dieser Widerspruch wurde überdies unmittelbar nach Jinnahs Tod am 11. September 1948 sichtbar. Obwohl er in eine ismailitisch-schiitische Familie hineingeboren wurde und später zwölfer-schiitische Praxis befolgte – was ein privates schiitisches Totengebet (Namaz-e-Janaza) unter Leitung des Geistlichen Syed Anis al-Husayni an seinem offiziellen Wohnsitz erforderte –, wurde sein öffentliches Staatsbegräbnis nach sunnitischer Tradition unter dem prominenten deobandischen Gelehrten Maulana Shabbir Ahmad Usmani durchgeführt. Um seinen Nachlass nach dem flexibleren schiitischen Erbrecht zu sichern, reichten seine Schwester Fatima Jinnah und Premierminister Liaquat Ali Khan eine gemeinsame eidesstattliche Erklärung ein, in der sie ihn als Schiiten bezeichneten. [7] Diese Jinnah selbst – immerhin einem Staatsoberhaupt – aufgezwungene doppelte Identität spiegelte den unmittelbaren Druck wider, sich dem mehrheitlich sunnitischen Konfessionalismus anzupassen, und legte die tiefe Intoleranz und die strukturellen Widersprüche offen, die bei Pakistans Gründung bestanden.
Über diese frühen Widersprüche hinaus wurde die Marginalisierung religiöser Minderheiten allmählich in den sozialen, politischen und institutionellen Strukturen des pakistanischen Staates selbst verankert. Aufgrund der Menschenrechtsverletzungen, die sie erleiden, sind religiöse Minderheiten wie Hindus zu Bürgern zweiter Klasse herabgestuft worden; ihre Lebensbedingungen haben sich verschlechtert, und viele Grundrechte werden ihnen faktisch verweigert. Sie werden in allen Lebensbereichen systematisch diskriminiert, darunter beim Wohnraum, bei der Beschäftigung, beim Zugang zu staatlicher Fürsorge und beim gleichberechtigten Genuss von Grundrechten. Diese systematische Diskriminierung zeigt sich besonders deutlich im Bereich der öffentlichen Beschäftigung, wo staatliche Institutionen seit Langem berufliche Segregation aus religiösen Gründen verfestigen. Aufgrund ausdrücklicher kommunaler Einstellungsrichtlinien und langjähriger arbeitsmarktpolitischer Praktiken – wie sie sich in offiziellen Stellenanzeigen der Pakistan Rangers, öffentlicher Krankenhäuser und kommunaler Körperschaften zeigen – sind Tätigkeiten in der manuellen Abfall- und Kanalreinigung regelmäßig ausschließlich für „Nichtmuslime“ („non-Muslims only“) reserviert worden, wodurch viele von ihnen in die entwürdigendsten Berufe abgedrängt wurden. [8] Hindus und andere Minderheiten erfahren systemische Unterdrückung, rechtliche Hürden, administrative Ungerechtigkeit und viele weitere Formen der Diskriminierung, darunter den Ausschluss von staatlicher Fürsorge, die über den Zakat-Fonds verteilt wird und nichtmuslimische Empfänger gesetzlich ausschließt. [9] Selbst wenn sie Fälle von Unterdrückung anzeigen, erhalten sie häufig kein Recht und stoßen stattdessen auf weitere rechtliche und administrative Hindernisse.
So garantiert die Verfassung Pakistans in den Artikeln 20 bis 22 theoretisch allen Bürgern Religionsfreiheit. Die Hudood-Verordnungen von 1979, die Verordnung XX von 1984 und weitere unter dem Militärregime von General Zia-ul-Haq eingeführte Gesetze schufen jedoch Regelungen und Verfassungsgebote, die Nichtmuslimen gleichen Schutz und Religionsfreiheit verwehren. [10] Zudem bestimmt Artikel 41 Absatz 2 der Verfassung Pakistans ausdrücklich, dass nur ein Muslim Präsident des Landes werden kann, und Inhaber bestimmter hoher Staatsämter müssen einen Eid unter Anrufung islamischer Prinzipien leisten, was institutionalisierte staatliche Diskriminierung religiöser Minderheiten widerspiegelt und den privilegierten Verfassungsrang des Islam festigt. [11]
Dahinter steht ein ganzes Gefüge. Dazu gehören Verwaltungsinstitutionen, die Justiz und Teile der Gesellschaft, was es für Hindus und andere religiöse Minderheiten außerordentlich schwierig macht, gleiche Rechte zu genießen, gleichen Status zu erlangen oder Recht zu erhalten.
Auslöschung des hinduistischen Erbes und kulturelle Marginalisierung
Die Marginalisierung und Ausbeutung der Hindus erstreckt sich auch auf ihr kulturelles Erbe. Ihre Kultstätten, darunter Tempel, Gurdwaras und andere heilige und historische Orte, sind zerstört oder über lange Zeit vernachlässigt worden. Während informelle regionale Schätzungen nahelegen, dass es auf dem Gebiet des heutigen Pakistan historisch Tausende lokaler Kultstätten gab, ergab eine Erhebung der All Pakistan Hindu Rights Movement (PHRM) von 2014, dass von den 428 zum Zeitpunkt der Teilung förmlich registrierten historischen Kultstätten von Minderheiten sage und schreibe 408 einer gewerblichen, wohnwirtschaftlichen oder behördlichen Nutzung zugeführt worden waren, sodass nur 20 in Betrieb blieben. [12] Heute existieren nur noch wenige Tempel und andere Kultstätten, Ausdruck der weitreichenden Zerstörung religiösen Erbes und der systematischen Auslöschung der hinduistischen Identität Pakistans.
Selbst die verbliebenen befinden sich häufig in schlechtem Zustand. Viele sind verfallen, mit baufälligen Mauern, bröckelnden Böden und zerstörten Strukturen. Ein vernichtender Bericht einer vom Obersten Gerichtshof eingesetzten Ein-Mann-Kommission unter Leitung von Dr. Shoaib Suddle stellte offiziell fest, dass von 365 Tempeln, die theoretisch der Kontrolle des Evacuee Trust Property Board (ETPB) unterstehen, die staatliche Stelle 287 vollständig der Grundstücksmafia überlassen hatte und nur 13 aktive Stätten tatsächlich verwaltete. [13] Es gibt Berichte, wonach einige dieser Stätten absichtlich in einem Zustand belassen wurden, in dem sie mit der Zeit von selbst einstürzen und schließlich zerstört werden. Bedeutende antike Wahrzeichen wie der Sri-Narasimha-Tempel in Prahladpuri in Multan und der historische Aditya-Sonnentempel befinden sich in völligem baulichem Verfall, während das anhaltende administrative Versagen des Staates bei der Beseitigung illegaler Besetzungen dazu führt, dass Witterung und Vernachlässigung die architektonischen Überreste des pluralistischen Erbes der Region aus der Zeit vor der Teilung stillschweigend auslöschen. [14]
Immer wieder richteten sich Angriffe gegen Tempel, Pilgerstätten, andere religiöse Orte und religiöse Führer. Die Regierung hat wenig unternommen, um solche Angriffe zu verhindern oder diese heiligen Orte und die mit ihnen verbundenen Menschen zu schützen. Es ist wichtig zu verstehen, dass kulturelles und religiöses Erbe einen wesentlichen Teil der Identität jeder Religionsgemeinschaft bildet. Wird dieses Erbe zerstört, kann niemand ernsthaft behaupten, die Rechte dieser Gemeinschaft würden geschützt.
Zahlreiche Beispiele zeigen das Ausmaß der Missachtung dieser religiösen Einrichtungen von Minderheiten. Wie groß diese Missachtung ist, zeigt sich daran, dass mehrere Tempel und andere Kultstätten in öffentliche Einrichtungen wie Latrinen umgewandelt wurden. In Lahore etwa wurde der alte Basuli-Hanuman-Mandir auf schockierende Weise umgenutzt und zu einer öffentlichen Toilettenanlage entweiht, was massive Empörung auslöste. Ebenso werden die Ruinen rund um den historischen Prahladpuri-Tempel in Multan von der Nachbarschaft häufig als offene Müllkippe und öffentliche Bedürfnisanstalt genutzt. Überdies wurde erst jüngst im Juli 2026 das 125 Jahre alte historische Gurdwara Sri Guru Singh Sabha Sahib in Farooqabad von einem örtlichen Geschäftsmann rechtswidrig angegriffen und vollständig abgerissen, ein Beleg für das fortdauernde Versagen des Staates beim Schutz seines nichtmuslimischen zivilisatorischen Erbes. [15]
Ähnlich zerstörten Radikale im Juli 2020 die teilweise errichtete Umfassungsmauer dessen, was der Shri-Krishna-Mandir hätte werden sollen – der erste Hindu-Tempelkomplex in Islamabad. Zu vergleichbaren Vorfällen zählen Mobs, die den historischen Mata-Rani-Bhatiyani-Mandir in Sindh in Brand steckten und den hundert Jahre alten Shri-Paramhans-Ji-Maharaj-Samadhi-Tempel in Karak mit Vorschlaghämmern angriffen. In einer Gesellschaft, in der Teile der Bevölkerung die Zerstörung solcher Einrichtungen als moralische Pflicht betrachten, kann ein ideologisches Narrativ, das Religion als Waffe einsetzt, solche Taten zusätzlich befeuern, während öffentlicher Druck den Verwaltungsapparat wiederholt zwingt, extremistischen Forderungen nachzugeben. [16]
Pakistan hat 2019 immerhin den Kartarpur-Korridor eröffnet, einen visumfreien Pilgerkorridor, der Dera Baba Nanak im indischen Punjab mit dem Gurdwara Darbar Sahib Kartarpur im pakistanischen Distrikt Narowal verbindet. Der Korridor wurde anlässlich des 550. Geburtstags von Guru Nanak Dev Ji eingeweiht und ermöglicht Sikh-Pilgern aus Indien und aller Welt den Besuch einer der heiligsten Stätten des Sikhismus, wo Guru Nanak Dev Ji die letzten Jahre seines Lebens verbrachte. [17] Auch nach Phasen der Schließung wegen der Spannungen zwischen Indien und Pakistan und der COVID-19-Pandemie hat Pakistan den Korridor erhalten und beworben. Das entbindet den pakistanischen Staat jedoch nicht von der Verantwortung für die Zerstörung einer großen Zahl hinduistischer Kultstätten, darunter Tempel, Gurdwaras und andere religiöse Orte. Zahlreiche Menschenrechtsgruppen und internationale Organisationen haben Pakistan zudem dafür kritisiert, die Sicherheit und Erhaltung dieser religiösen Orte und anderer Einrichtungen von Minderheiten nicht zu gewährleisten.
Überdies hat Pakistan, offenkundig in dem Bemühen, die religiöse und kulturelle Identität der Hindus auszulöschen, die Namen vieler hinduistischer Kultstätten geändert. Betrachtet man die heutigen Ortsnamen, so finden sich kaum noch welche, die hinduistisches Erbe widerspiegeln, was auf eine systematische Tilgung dieser Identität hindeutet. Jüngst gab es einen Vorschlag der Provinzregierung des Punjab – getragen von der Initiative Lahore Heritage Areas Revival (LHAR) unter Maryam Nawaz –, einige dieser ursprünglichen Namen aus der Zeit vor der Teilung wiederherzustellen. Nach heftigem Widerstand extremistischer Kreise, konservativer Gruppen und rechter Social-Media-Vlogger, die dem Staat vorwarfen, hinduistische Kultur zu fördern, wurde der Vorschlag jedoch vollständig zurückgestellt und zurückgezogen, erneut ein Spiegel der vorherrschenden Denkweise in Teilen der Gesellschaft. [18]
Ein ganzes System stützt dies. Zwar enthält die Verfassung Schutzbestimmungen für Minderheiten, doch die mangelhafte Umsetzung untergräbt sie fortwährend. Zudem fällt es Richtern wegen des Drucks und der Einschüchterung, denen sie ausgesetzt sind, oft schwer, unabhängige Entscheidungen zu treffen.
Blasphemiegesetze und die systemische Verwundbarkeit religiöser Minderheiten
Pakistans Blasphemiegesetze und andere Rechtsvorschriften gelten weithin als diskriminierend gegenüber religiösen Minderheiten. Diese Gesetze werden häufig missbraucht, um Einzelne unter dem Vorwand zu verfolgen, sie hätten beleidigende oder herabwürdigende Äußerungen gegen den Islam oder den Propheten Mohammed (Friede sei mit ihm) gebraucht. In vielen Fällen liegen den Anschuldigungen jedoch persönliche Streitigkeiten, Grundstückskonflikte, geschäftliche Rivalitäten, Feindschaft oder religiöse Vorurteile zugrunde, und sie erweisen sich später als falsch.
So griff im September 2019 in der Stadt Ghotki in Sindh ein gewalttätiger Mob drei Hindu-Tempel – darunter den Sacho-Satram-Das-Mandir –, mehrere Geschäfte und die Sindh Public School an, nachdem ein muslimischer Schüler den hinduistischen Schulleiter Notan Lal beschuldigt hatte, blasphemische Bemerkungen über den Propheten Mohammed gemacht zu haben. Örtliche Ermittlungen und Menschenrechtsberichte ergaben später, dass die Vorwürfe von extremistischen Gruppierungen massiv verstärkt wurden, um lokale wirtschaftliche Konflikte auszutragen; dennoch gaben die institutionellen Mechanismen dem Mob sofort nach, sodass der Schulleiter umgehend nach Section 295-C inhaftiert wurde, während die Täter der Tempelschändung keinerlei nennenswerte rechtliche Verantwortung zu tragen hatten. [19]
Die Blasphemiebestimmungen des pakistanischen Strafgesetzbuchs (Sections 295-B, 295-C sowie 298-A bis 298-C) sehen schwere Strafen für vermeintliche Beleidigungen des Propheten Mohammed oder die Schändung des Korans vor. [20] Die Strafen reichen von drei Jahren Haft und einer Geldstrafe bis zu lebenslanger Haft und sogar der Todesstrafe. Schon die bloße Existenz dieser Gesetze erzeugt Angst unter religiösen Minderheiten. Da die Beweisanforderungen strukturell niedrig sind und die Gesetze keine Bestimmungen enthalten, um falsche Ankläger zu bestrafen, wirken sie als juristische Waffen, die Nichtmuslime auf Grundlage bloßer, ungeprüfter Behauptungen unmittelbar der Verhaftung durch den Staat und außergerichtlicher Straßengewalt aussetzen.
Blasphemievorwürfe lösen häufig Lynchjustiz durch den Mob aus. Werden Gerüchte gegen ein Mitglied einer religiösen Minderheit verbreitet, wird diese Person oft angegriffen oder gelyncht, bevor überhaupt ein Gerichtsverfahren stattfinden kann. Ein prominentes Beispiel ist die Lynchjustiz an Priyantha Kumara am 3. Dezember 2021, einem 48-jährigen buddhistischen Staatsbürger Sri Lankas, der elf Jahre lang in Pakistan als General Manager von Rajco Industries gearbeitet hatte, einer Fabrik für Sportartikel und Bekleidung in Sialkot, Punjab. Kumara wurde von einem Mob von Hunderten brutal gefoltert und zu Tode geprügelt, und sein Leichnam wurde auf der Wazirabad Road öffentlich verbrannt, nachdem er fälschlich der Blasphemie beschuldigt worden war, weil er vor einer routinemäßigen Reinigung und Weißelung der Fabrik religiöse Aufkleber von einer Wand entfernt hatte. [21] In solchen Situationen gibt es oft kaum wirksamen Rechtsschutz durch die Justiz oder andere staatliche Institutionen, da auch Richter, Anwälte und andere fürchten müssen, selbst zur Zielscheibe zu werden, wenn sie zugunsten der Beschuldigten entscheiden.
Selbst kleinere muslimische Sekten sind in Pakistan nicht sicher, was die umfassendere Natur des Problems verdeutlicht. So ist etwa die Ahmadiyya-Gemeinschaft, die nach pakistanischem Recht zu Nichtmuslimen erklärt wurde, ebenfalls Gewalt, Diskriminierung und Verfolgung unter diesen Blasphemiegesetzen ausgesetzt. Die institutionalisierte Repression ist so weit eskaliert, dass selbst der Staatsapparat aktiv an ihrer Verfolgung mitwirkt; Anfang 2025 durchsuchte die Punjab-Polizei systematisch 120 Jahre alte Ahmadi-Gebetsstätten in Gegenden wie Hamraj Pura und Kot Rehmat Khan und riss deren historische Minarette und Mihrabs ab, um örtliche hardline-Geistliche zufriedenzustellen. [22]
Diese Fälle veranschaulichen auch die verheerenden menschlichen Folgen der pakistanischen Blasphemiegesetze, unter denen viele Menschen nach Anschuldigungen ihr Leben verloren haben oder inhaftiert geblieben sind. Viele Menschen haben aufgrund von Anschuldigungen nach diesen Gesetzen ihr Leben verloren. Allein 2019 saßen nach Daten, die im International Religious Freedom Report des U.S. Department of State dokumentiert sind, mindestens 84 Personen in verschiedenen Haftanstalten wegen Blasphemievorwürfen förmlich in Haft, und mindestens 29 von ihnen hatten von unteren Gerichten Todesurteile erhalten. [23]
Betrachtet man zudem die Vertretung der Hindus in Pakistans nationaler Legislative, so bleibt sie äußerst begrenzt. Zwar verfügen religiöse Minderheiten über reservierte Sitze – konkret 10 von 336 Sitzen in der Nationalversammlung –, doch werden ihre Vertreter in der Regel von den großen Parteien über ein Listenverfahren der Verhältniswahl nominiert und nicht von Minderheitenwahlkreisen direkt gewählt, was ihre unabhängige politische Stimme einschränkt. Ebenso minimal ist ihre Vertretung in der höheren Zivilverwaltung, der Justiz, der Polizei und den Streitkräften. Selbst dort, wo eine Fünf-Prozent-Quote für Minderheiten im öffentlichen Dienst besteht, bleiben Tausende Stellen in Bundes- und Provinzbehörden unbesetzt, während ein großer Teil der Beschäftigten aus Minderheiten in den am schlechtesten bezahlten Positionen konzentriert ist, etwa in kommunalen Reinigungs- und manuellen Kloakenreinigungsberufen der Besoldungsgruppen 1 bis 4. Sie erfahren systemische Diskriminierung, die ihre Einstellung und ihren Aufstieg begrenzt. Neben institutionellen Hürden stoßen sie auch auf soziale Diskriminierung, die ihre Chancen weiter einschränkt.
Überdies sieht sich ein hinduistisches Kind von Geburt an verschiedenen Formen der Diskriminierung ausgesetzt, vom Zugang zu Kinderfürsorgeleistungen und Bildung bis hin zu späteren Beschäftigungschancen. Diese Ungleichheiten benachteiligen sie von Anfang an und machen es ihnen schwer, in der Gesellschaft zu gleichen Bedingungen zu konkurrieren. Sie agieren aus einer strukturell schwachen Position heraus, was für sich genommen bereits eine erhebliche Form der Diskriminierung darstellt.
Selbst wenn Chancen bestehen, fehlt ihnen oft die soziale, wirtschaftliche und institutionelle Unterstützung, um fair konkurrieren zu können. Die systematische Marginalisierung hat viele in ständiger Angst und Unsicherheit zurückgelassen. Ihre Lebensbedingungen sind häufig äußerst schlecht. Dies zeigt sich in vielen hinduistischen Wohngebieten, wo unzulängliche Lebensbedingungen die Regel bleiben. In ländlichen Distrikten wie Tharparkar – Heimat einer massiven Konzentration der hinduistischen Bevölkerung Pakistans – ist der Mangel an grundlegender öffentlicher Infrastruktur eklatant; über 90 Prozent des örtlichen Grundwassers sind brackig, stark salzhaltig und nach den Standards der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für den menschlichen Verzehr ungeeignet. [24] Vielen fehlt zudem der Zugang zu Grundbedürfnissen wie sauberem Trinkwasser, Gesundheitsversorgung, sanitärer Versorgung und anderen wesentlichen öffentlichen Dienstleistungen.
Politik des Othering und antihinduistische Narrative
Es gibt ein System, das diese Diskriminierung fortschreibt und verschiedene Institutionen wie die Gesellschaft selbst einschließt. Die antihinduistische Stimmung, die Pakistans Militärestablishment seit der Staatsgründung kultiviert hat, hat ihm geholfen, seinen Einfluss und seine Macht zu behaupten. Die Ausgrenzung der Hindus als „die Anderen“ ist zu einem strategischen Projekt des pakistanischen Militärestablishments geworden, wobei antihinduistische Stimmung als einigendes Element dient.
Diese Stimmung hat sich über Bildung und Sozialisation in Institutionen und Gesellschaft verbreitet, wobei aufeinanderfolgende Regierungen und Institutionen sie im Lauf der Zeit verstärkt haben. So berief sich jüngst der Armeechef, General Asim Munir, ausdrücklich auf dieses Narrativ, als er erklärte, Muslime und Hindus blieben in Religion, Bräuchen und Bestrebungen voneinander verschieden. Da Pakistan auf Grundlage der Zwei-Nationen-Theorie geschaffen wurde, die argumentierte, Hindus und Muslime seien verschiedene Nationen, die nicht zusammenleben könnten, sind antihinduistische Haltungen tief in den ideologischen Grundlagen des pakistanischen Staates verankert. [25]
Überdies hat sich antihinduistische Stimmung häufig in antiindische Stimmung übersetzt und umgekehrt. Von Beginn an wurde Pakistans nationale Identität weitgehend in Abgrenzung zu Indien definiert, wodurch Feindseligkeit gegenüber Hindus zu einem wiederkehrenden Merkmal seines politischen Narrativs wurde. Das pakistanische Militär hat sich seit 1947 durchgehend auf dieses Narrativ gestützt und es genutzt, um seine Legitimität in der Gesellschaft zu festigen. Hindus in Pakistan tragen zudem die zusätzliche Last, mit Indien assoziiert zu werden, das als Pakistans Hauptgegner wahrgenommen wird. Das verschärft die Vorurteile gegen sie weiter und bekräftigt Narrative, die zur Radikalisierung gegen Indien beitragen.
Diese Denkweise spiegelte sich auch in einer jüngsten Äußerung des pakistanischen Präsidenten Asif Ali Zardari wider. Mit Blick auf Pakistans hinduistische Minderheit sagte er: „Wir sind Muslime. Sie sind es nicht. Aber wir sind Muslime mit einer Geisteshaltung, dass wir eine hinduistische Bevölkerung von 3 bis 4 Prozent tolerieren. Sie sind so frei, so gut gestellt wie irgendwo sonst, wo sie waren. [26] Sie wären lieber bei uns als bei jenen.“ Eine solche Sprache ist bedeutsam, denn Hindus als eine Bevölkerung zu beschreiben, die Muslime „tolerieren“, versetzt die Mehrheit in die Position, die Anwesenheit der Minderheit zu gestatten oder zu erdulden, statt sie schlicht als gleichberechtigte Bürger anzuerkennen.
Darüber hinaus hat die Verbindung von Militär und Mullahs nach Ansicht vieler Kritiker panislamische Narrative am Leben erhalten, einschließlich Verweisen auf Ghazwa-e-Hind durch manche extremistischen Gruppen und Geistliche. In solchen Narrativen stellen extremistische Gruppen und Netzwerke Indien in ihren Predigten und Schriften als Hauptgegner dar, samt symbolischer Aufrufe, ihre Flagge auf dem Lal Qila in Delhi zu hissen. Innerhalb dieser Deutungsrahmen dient antihinduistische Stimmung als Werkzeug, um religiöse Polarisierung zu verstärken, Minderheitengemeinschaften zu marginalisieren und extremistische Narrative aufrechtzuerhalten. [27]
Bildung, ideologische Indoktrination und die Normalisierung des Hasses
Pakistans Bildungssystem schreibt den Hass gegen Hindus fort. Von Beginn an, wenn ein Kind geboren wird und den Prozess der Sozialisation beginnt, ist es Narrativen und Haltungen ausgesetzt, die zur Ausgrenzung der Hindus beitragen. Es findet also von klein auf ein fortwährender Prozess dieser Ausgrenzung statt. Geschichts- und andere Schulbücher stellen Inhalte in einer Weise dar, die den Hass auf Hindus immer wieder verstärkt.
Zitate aus Schulbüchern – etwa eine Urdu-Lektion der 5. Klasse mit dem Satz „Ein Hindu war immer ein Feind des Islam“ und ein Sozialkundetext der 4. Klasse mit der Aussage „Die Religion der Hindus hat sie keine guten Dinge gelehrt“ – veranschaulichen diese Voreingenommenheit. [28] Internationale Menschenrechtsbeobachter haben diese Narrative fortlaufend dokumentiert und hervorgehoben, wie staatliche Lehrpläne die hinduistische Kultur routinemäßig als von Grund auf unterdrückerisch und feindselig darstellen. Es gibt viele weitere ähnliche Beispiele, in denen Hindus wiederholt als böse erscheinen und als Menschen, denen man eine Lektion erteilen muss.
So werden etwa historische Figuren, die in Indien einfielen, dessen Reichtümer plünderten und dessen Tempel zerstörten, in Pakistan als Helden gefeiert. Muhammad Ghori, der Indien angriff und dessen Reichtümer plünderte, wird als Held gefeiert. Ebenso wird Mahmud von Ghazni, der den berühmten Somnath-Tempel angriff und plünderte, als Held gefeiert. [29] So werden viele Personen, die in Indien als Eroberer gelten, die für die Plünderung des Reichtums des Landes, die Zerstörung seines Kulturerbes und Angriffe auf seine Städte verantwortlich waren, in Pakistan stattdessen glorifiziert. Dieser Revisionismus erstreckt sich bis in moderne Geschichtswerke, die die vielfältige historische Identität der Region systematisch auf eine Binärstruktur religiösen Konflikts reduzieren und sicherstellen, dass diese historischen Figuren ausschließlich als Vorkämpfer des Glaubens und nicht als politische Eroberer erscheinen.
Pakistan hat auch einige seiner Waffensysteme, darunter Raketen, nach diesen historischen Eroberern benannt. So umfasst sein Arsenal strategischer ballistischer Raketen die Serien Ghauri, Ghaznavi und Abdali, ausdrücklich benannt zu Ehren von Muhammad von Ghor, Mahmud von Ghazni und Ahmad Schah Abdali, womit eine dauerhafte psychologische Feindseligkeit gegenüber Indien fortgeschrieben wird. [30] In einem solchen Bildungsumfeld wachsen Kinder mit diesen Narrativen auf, die zu Intoleranz und antiindischer Stimmung beitragen. Wer pakistanische Schulbücher objektiv prüft, versteht leichter, warum sich solche Haltungen herausgebildet haben.
Rajiv Thakur, Koordinator des Seva Welfare Trust Pakistan, erklärt in diesem Zusammenhang: „Wenn man in Schulen Hass fördert, führt das dazu, dass Hass auf gesellschaftlicher Ebene entsteht. Diese Art von Denkweise durchdringt dann die ganze Gesellschaft.“ [31]
Die komplexe Lage in Pakistan lässt sich auch an einem weiteren Beispiel veranschaulichen. Ein Video auf TikTok zeigte einen Jungen von etwa vier oder fünf Jahren, der Premierminister Imran Khan warnte, er werde einen Hindu töten, wenn er den Bau des Tempels in Islamabad zulasse, denn er halte dies für seine Pflicht. Ein noch jüngeres Kind jubelte im Hintergrund, während der Vater lächelnd ins Bild trat und die Drohungen seines Sohnes gegen pakistanische Hindus wiederholte. Dieser Vorfall verdeutlicht, wie tief antihinduistischer Hass in Teilen der Gesellschaft verwurzelt und normalisiert sein und über Familie und Sozialisation an nachfolgende Generationen weitergegeben werden kann. [32] Statt ein solches Verhalten zu unterbinden, bestärkte der Vater es offen, sodass das Kind glaubte, Hass und selbst Gewalt gegen Hindus seien moralisch und religiös gerechtfertigt. In einem solchen Umfeld werden diese Haltungen von klein auf normalisiert, sodass kaum Raum bleibt, sie infrage zu stellen oder zu korrigieren, und die Intoleranz über Generationen hinweg fortbesteht.
Zweitens existiert ein weitverzweigtes Madrasa-Netz, das nach Auffassung vieler Kritiker Radikalisierung und antiindische Stimmung fördert. Hier wird die ideologische Indoktrination oft vollendet. Über selektive Auslegungen islamischer Texte predigen manche extremistischen Kreise Gewalt und Dschihad, um ihre Ziele voranzutreiben. Pakistan verfügt über nahezu 40.000 Madrasas, und in manchen Gegenden übertreffen sie die Zahl der öffentlichen Schulen, besonders im südlichen Punjab und in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa. [33]
Nach Auffassung dieser Kritiker werden religiöse Lehren manipuliert, um Schüler zu radikalisieren, und einige Madrasas fungieren als Zentren der Indoktrination gegen Hindus, Christen, Juden und andere religiöse Minderheiten. Religiöse Geistliche spielen in diesem Prozess ebenfalls eine einflussreiche Rolle. Sie bedienen sich emotionaler Sprache, verherrlichen Gewalt und sprechen über die Belohnungen im Jenseits, um ihre Anhänger davon zu überzeugen, dass dort das letzte Glück liege – und stellen in manchen extremistischen Narrativen Gewalt gegen Hindus als religiöse Pflicht dar.
Auch Terroristenfiguren haben zu diesem Klima beigetragen. So drohte laut dem International Religious Freedom Report des U.S. Department of State Hafiz Saeed, der Gründer von Lashkar-e-Taiba, bei einer großen Kundgebung in Lahore öffentlich Juden und Hindus und rief zum Heiligen Krieg gegen sie auf. [34] Solche Äußerungen, über Organisationsnetzwerke wie Jamaat-ud-Dawa weit verbreitet, tragen zur Normalisierung des Hasses bei und bringen viele Menschen zu der Überzeugung, Diskriminierung von Minderheiten sei moralisch gerechtfertigt.
Die Normalisierung wirkt stark auf Institutionen und die Gesellschaft selbst. Wer Hindus diskriminiert oder Gewalt gegen sie verübt, betrachtet sein Handeln häufig als normales Verhalten und glaubt nicht, etwas Unrechtes zu tun. Im Gegenteil, die Betreffenden empfinden ihr Handeln als religiös sanktioniert und moralisch legitim. Diese Narrative, von extremistischen Geistlichen propagiert und durch Sozialisation verstärkt, äußern sich in Diskriminierung und Gewalt. Mit der Zeit wirken diese Faktoren zusammen und erzeugen ein gesellschaftliches Wertesystem, das ausgrenzend ist, Hass auf Hindus normalisiert und solches Verhalten gesellschaftlich akzeptabel erscheinen lässt.
Systemische Verwundbarkeit hinduistischer Frauen und Mädchen in Pakistan
Zudem erfahren Hindus systemische Unterdrückung durch Zwangsheiraten und religiöse Konversionen. Viele Frauen und Mädchen haben Berichten zufolge Entführung, Zwangskonversion und Heirat gegen ihren Willen erlebt. Ihre prekären sozioökonomischen Verhältnisse machen sie zu leichten Zielen der Ausbeutung. Zahlreiche gemeldete Fälle zeigen, wie junge hinduistische Mädchen entführt und zwangsverheiratet wurden, wobei einige auch sexuelle Ausbeutung erlitten.
Berichten zufolge werden in Pakistan jedes Jahr etwa 1.000 hinduistische und christliche Mädchen entführt und zum Islam konvertiert. In vielen Fällen dienen sexuelle Gewalt und Vergewaltigung als Instrumente der Macht und Beherrschung. [35] Mehrere internationale NGOs haben solche Fälle dokumentiert und die Zwangsverheiratungen dieser Mädchen hervorgehoben. Armut, soziale Verwundbarkeit und religiöse Vorurteile erhöhen die Risiken für viele hinduistische Familien zusätzlich.
Einem Bericht der Pakistan National Commission for Human Rights (NCHR) zufolge handelt es sich bei diesen Fällen nicht um Einzelfälle, sondern um Teil eines wiederkehrenden Musters, in dem Täter verwundbare hinduistische Mädchen dazu nötigen, den Islam anzunehmen und muslimische Männer ohne ihre freie und informierte Zustimmung zu heiraten. Der Bericht hält weiter fest, dass die meisten Opfer junge hinduistische Mädchen aus ländlichen Gebieten Sindhs und des südlichen Punjab sind, wo Armut, soziale Ausgrenzung und begrenzter Zugang zu Bildung sie besonders verwundbar machen.
Der Bericht benennt „ideologisch motiviertes sexuelles Grooming“ als einen der Haupttreiber dieser Fälle. Täter nehmen gezielt verwundbare Mädchen ins Visier, die mit Armut, familiärer Instabilität oder sozialer Diskriminierung zu kämpfen haben, und setzen dabei emotionale Manipulation, falsche Schutzversprechen oder Liebesbekundungen ein. [36]
Diese Kommission hat ernste Bedenken über das wachsende Muster der „Zwangskonversion durch Heirat“ (FCM) geäußert. Wenden sich Eltern oder andere Familienangehörige an die Polizei, um Anzeige zu erstatten, werden Fälle häufig nicht aufgenommen. In vielen Fällen werden solche Konversionen und Ehen von Teilen der Gesellschaft sogar gefeiert. [37]
Suchen Opfer nach Recht, messen die Strafverfolgungsbehörden häufig Konversionsbescheinigungen und Nikahnamas erhebliches Gewicht bei, was dazu führen kann, dass die Behörden die mutmaßlichen Entführer begnadigen oder schützen. In vielen Fällen stellen Behörden und andere die Vorfälle als „Liebesheiraten“ dar, sodass die Täter der Verantwortung entgehen. [38] Es hat auch Fälle gegeben, in denen religiöse Geistliche Entscheidungen erlassen haben, die die Rückgabe der Mädchen an ebenjene Personen befürworteten, die der Entführung oder des sexuellen Übergriffs beschuldigt wurden.
So wurde etwa im Februar 2023 die 14-jährige Meena Bhatt, ein minderjähriges hinduistisches Mädchen, mutmaßlich von Syed Salim Shah, Mukhtiyar Shah, Aziz Rehman und anderen entführt. Ihr Vater, ein armer Tagelöhner, erstattete bei der Polizei Anzeige (First Information Report, FIR) wegen Entführung. Da der Sindh Child Marriages Restraint Act die Eheschließung von Personen unter 18 Jahren verbietet, ordnete das Gericht eine Altersbestimmung an. Obwohl die Familie urkundliche Schulunterlagen vorlegte, die ausdrücklich zeigten, dass Meena am 1. Januar 2009 geboren wurde, war das Gericht nicht überzeugt. [39] Das vom Gericht bestellte ärztliche Gremium schätzte ihr Alter auf zwischen 17 und 18 Jahre und setzte sich damit über die vorliegenden Dokumente hinweg. Auf dieser Grundlage ordnete das Gericht an, Meena ihrem mutmaßlichen Entführer zu übergeben.
Die Verschränkung von religiösem Extremismus und feudaler Ausbeutung
Überdies stießen Versuche, Gesetze zur Bewältigung dieser Probleme einzuführen, vielfach auf Widerstand in Teilen der örtlichen Bevölkerung. So versuchte die Regierung von Sindh, wo der größte Teil der hinduistischen Bevölkerung Pakistans lebt, zweimal, Zwangskonversionen und Zwangsheiraten zu verbieten, indem sie mit dem Protection of Minorities Bill Leitlinien für das Gerichtsverfahren einführte. Der Gesetzentwurf sah vor, das Mindestalter für religiöse Konversionen auf 18 Jahre festzulegen, und zielte darauf ab, rechtsstaatliche Verfahren zu stärken.
2016 wurde der Gesetzentwurf von der Sindh Assembly einstimmig verabschiedet. Religiöse Parteien erhoben jedoch Einwände gegen die vorgeschlagene Altersgrenze für Konversionen und drohten, die Versammlung zu belagern, falls der Gesetzentwurf die Zustimmung des Gouverneurs erhielte. Daraufhin weigerte sich der Gouverneur, den Entwurf zu unterzeichnen und in Kraft zu setzen.
2019 brachte die Regierung eine überarbeitete Fassung des Gesetzentwurfs ein, doch religiöse Parteien organisierten erneut Proteste, doch religiöse Parteien organisierten erneut Proteste. Pir Mian Abdul Khaliq (Mian Mithu), ein politischer und religiöser Führer, der mit zahlreichen Fällen mutmaßlicher Zwangskonversion minderjähriger hinduistischer Mädchen in Sindh in Verbindung gebracht wird, führte einen Sitzstreik an. Er und seine Anhänger argumentierten, die Mädchen würden nicht gezwungen, sondern seien freiwillig zum Islam übergetreten, nachdem sie sich in muslimische Männer verliebt hätten. [40]
Wie Experten der Vereinten Nationen erklärt haben: „Christliche und hinduistische Mädchen bleiben besonders anfällig für erzwungene religiöse Konversion, Entführung, Menschenhandel, Kinderehe, Frühverheiratung und Zwangsheirat, häusliche Knechtschaft und sexuelle Gewalt.“ [41]
Experten der Vereinten Nationen haben die pakistanischen Behörden zudem nachdrücklich aufgefordert, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um diese Probleme anzugehen. [42]
„Die pakistanischen Behörden müssen Gesetze erlassen und strikt durchsetzen, die sicherstellen, dass Ehen nur mit der freien und vollen Zustimmung der künftigen Ehegatten geschlossen werden und dass das Mindestalter für die Eheschließung auf 18 Jahre angehoben wird, auch für Mädchen“, erklärten die Experten und fügten hinzu, alle „Frauen und Mädchen müssen ohne Diskriminierung behandelt werden, einschließlich jener, die den christlichen und hinduistischen Gemeinschaften angehören.“
Pakistan ist dafür kritisiert worden, seinen internationalen Verpflichtungen aus Verträgen wie dem Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte (ICCPR) und dem Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW) nicht vollständig nachzukommen, nichtmuslimische Frauen und Mädchen vor Ausbeutung durch mächtige Gruppen und kriminelle Kreise zu schützen. [43]
Überdies reicht das Problem über den Einsatz der Religion als Waffe gegen Minderheiten hinaus; auch die Beschaffenheit der Gesellschaft selbst prägt, wie Minderheiten Diskriminierung und Ausbeutung erfahren. Pakistan weist weiterhin eine zutiefst feudale Sozialstruktur auf, und die mit diesem System verbundenen Werte, Haltungen und Machtverhältnisse beeinflussen den Umgang mit verwundbaren Gemeinschaften erheblich. Viele Hindus arbeiten als Schuldknechte bei großen Feudalgrundbesitzern, die sie oft ausbeuten und ihr ganzes Leben lang in Verhältnissen festhalten, die moderner Sklaverei gleichen. Zahlreiche zivilgesellschaftliche Gruppen und NGOs haben an der Befreiung solcher Menschen gearbeitet. Angesichts der tief verankerten feudalen Struktur der Gesellschaft ist es jedoch oft schwierig, örtliche Machthaber umzustimmen oder den Opfern zu ihrem Recht zu verhelfen.
In vielen Fällen nehmen mächtige Akteure ihnen auch gewaltsam ihr Land, und die Opfer haben kaum oder gar keine rechtlichen Mittel, es zurückzuerlangen. Pakistan weist weiterhin ausgeprägte feudale Züge auf, und diese feudalen Werte schaffen zusätzliche Hürden für hinduistische Minderheiten. Wenn diese feudalen Praktiken mit religiösem Extremismus zusammentreffen, entsteht ein besonders bedrückendes Umfeld für religiöse Minderheiten.
So schilderte eine Familie, wie „die ganze Familie beschlossen hatte, zum Islam zu konvertieren, als Naeem, der Geistliche, anbot, sie aus der Schuldknechtschaft zu befreien, in der sie gefangen war und als Leibeigene wegen unbezahlter Schulden lebte und arbeitete. Ali stammt ursprünglich aus der Bheel-Kaste, einer der niedrigsten Kasten im Hinduismus.“ [44] Dieser Fall veranschaulicht, wie wirtschaftliche Verwundbarkeit und religiöser Druck zusammenwirken können, besonders in Gegenden, in denen Schuldknechtschaft und ungleiche Machtverhältnisse tief verwurzelt bleiben.
Minderheitennarrative als Waffe – bei Ausblendung der Zustände im eigenen Land
Pakistan betreibt zudem ausgedehnte Propaganda, wann immer sich außerhalb des Landes Vorfälle mit religiösem Bezug ereignen. Es äußert sich häufig zur Behandlung religiöser Minderheiten und zum Zustand religiöser Einrichtungen und religiösen Erbes im Ausland und nutzt solche Narrative, um seine umfassenderen politischen und strategischen Ziele voranzutreiben. Die systematische Zerstörung hinduistischen Kultur- und Religionserbes innerhalb Pakistans oder die dort eingetretenen demografischen Veränderungen räumt es hingegen selten ein.
Überdies können solche Narrative zur Radikalisierung innerhalb Pakistans beitragen. Behauptungen, Muslime würden misshandelt oder ihr religiöses Erbe sei in anderen Ländern bedroht, besonders in Indien, werden von radikalen Kreisen häufig genutzt, um religiöse Kränkungen und Feindseligkeit gegenüber vermeintlichen äußeren Gegnern zu verstärken. Pakistanische Politiker haben Minderheitenthemen wiederholt in internationalen Foren angesprochen und sie zum Teil eines umfassenderen politischen und diplomatischen Narrativs gemacht. Zugleich bleiben anhaltende Bedenken hinsichtlich der Rechte und der Sicherheit der eigenen religiösen Minderheiten Pakistans weitgehend ungelöst. [45]
Zudem beruft sich Pakistan oft auf Narrative der Opferrolle und der Islamfeindlichkeit, wann immer Vorwürfe zur Behandlung seiner religiösen Minderheiten erhoben werden. [46] Es hat diese Narrative häufig in internationalen Foren eingesetzt, besonders über die Vereinten Nationen und die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC), um die Aufmerksamkeit auf die Lage der Muslime weltweit zu lenken und Kritik an der eigenen Bilanz beim Schutz religiöser Minderheiten abzuwehren. [47] Indem es sich als führender Anwalt gegen Islamfeindlichkeit darstellt, hat Pakistan versucht, sich der Verantwortung zu entziehen, die anhaltenden Probleme der eigenen religiösen Minderheiten anzugehen.
Auch Pakistans Medien haben eine erhebliche Rolle dabei gespielt, Opfernarrative und negative Bilder von Minderheiten zu prägen. Durch selektive Berichterstattung, Propaganda und beharrliche Narrativbildung haben Teile der Medien dazu beigetragen, religiöse Vorurteile zu verfestigen und Feindseligkeit gegenüber Hindus in der pakistanischen Gesellschaft zu normalisieren. Große Fernsehsender und Zeitungen in den Landessprachen widmen religiösen Auseinandersetzungen außerhalb Pakistans oft breite Aufmerksamkeit, während der Entführung und Zwangskonversion von Mädchen aus Minderheiten im eigenen Land vergleichsweise wenig Beachtung geschenkt wird. Überdies haben manche Unterhaltungsmedien und patriotische Produktionen hinduistische Figuren durch negative Stereotype dargestellt und so zu Misstrauen und Argwohn beigetragen. Solche Narrative können die hinduistische Minderheit im Land weiter marginalisieren und die Unterscheidung zwischen Pakistans hinduistischen Staatsbürgern und politischen Entwicklungen jenseits seiner Grenzen verwischen.
Obwohl einzelne pakistanische Politiker die Misshandlung von Minderheiten gelegentlich eingeräumt haben, folgten darauf nur selten wirksame Schritte. So erklärte Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Asif ausdrücklich im Plenum der Nationalversammlung, Minderheiten seien „gezielter Gewalt im Namen der Religion“ ausgesetzt und keine religiöse Minderheit sei sicher, und bezeichnete dies als eine Angelegenheit, die das Land weltweit beschäme. [48]
Das Fortbestehen der Neo-Dhimmitude und die Notwendigkeit struktureller Reformen
Pakistan kritisiert häufig andere Länder, wann immer es zu Angriffen auf religiöse Stätten oder zu Fragen religiöser Minderheiten kommt. Zwar sind Bedenken über die Behandlung religiöser Minderheiten andernorts legitim, doch muss derselbe Grundsatz des Minderheitenschutzes auch auf Pakistans eigene Bilanz angewandt werden. Die systematische Zerstörung hinduistischen Kultur- und Religionserbes, die anhaltende Diskriminierung religiöser Minderheiten und die wiederholt von internationalen Menschenrechtsorganisationen geäußerten Bedenken werfen ernste Fragen zum Schutz auf, den Pakistans hinduistische Minderheit genießt.
Die historischen Erfahrungen christlicher Gemeinschaften unter muslimischer Herrschaft liefern zudem einen weiteren Kontext, um zu verstehen, wie religiöse Minderheiten anfällig werden können für Zwang, Zwangskonversion, Vertreibung, Gewalt und die Erosion ihrer religiösen und kulturellen Institutionen. Die osmanische Knabenlese (Devşirme), die die zwangsweise Rekrutierung und Konversion christlicher Jungen umfasste, und die Zwangskonversion und Assimilierung armenischer Frauen und Kinder während des Völkermords an den Armeniern 1915–16 sind konkrete historische Beispiele. Diese Erfahrungen waren nicht identisch mit der Lage der Hindus im heutigen Pakistan, doch sie veranschaulichen, wie anhaltende Diskriminierung, Zwang und andere Formen des Drucks religiöse Identität und Gemeinschaftsinstitutionen mit der Zeit schwächen können.
Die in diesem Beitrag zusammengetragenen Belege legen nahe, dass diese langfristigen Muster eine zeitgenössische Form der Neo-Dhimmitude darstellen, gekennzeichnet durch institutionelle Diskriminierung, soziale Ausgrenzung und die allmähliche Erosion der Rechte, der Identität und der Würde der hinduistischen Minderheit Pakistans. Pakistan muss über Rhetorik hinausgehen und echte strukturelle Reformen unternehmen: gleiche Rechte und gleichen Schutz für alle Bürger unabhängig von der Religion gewährleisten, verfassungsrechtliche Schutzbestimmungen wirksam umsetzen, sein Bildungssystem reformieren, um Hass und Intoleranz zu beseitigen, extremistische Narrative abbauen und das kulturelle und religiöse Erbe seiner Minderheiten schützen. Werden diese strukturellen Probleme nicht angegangen, werden Radikalisierung und Hass gegen religiöse Minderheiten nicht nur diese Gemeinschaften weiter gefährden, sondern auch eine wachsende Bedrohung für Pakistans eigenen gesellschaftlichen Zusammenhalt, die regionale Stabilität und die langfristige Sicherheit darstellen.
Notes
[1] Bat Ye’or, The Dhimmi: Jews & Christians Under Islam , trans. David Maisel, foreword by Jacques Ellul (Madison, NJ: Fairleigh Dickinson University Press, 1985).
[2] Bat Ye’or, The Decline of Eastern Christianity under Islam: From Jihad to Dhimmitude, Seventh–Twentieth Century , trans. Miriam Kochan and David Littman (Madison, NJ: Fairleigh Dickinson University Press, 1996).
[3] Anver M. Emon, Religious Pluralism and Islamic Law: Dhimmis and Others in the Empire of Law (Oxford: Oxford University Press, 2012).
[4] Minority Rights Group International, “Hindus in Pakistan,” updated December 2025, https://minorityrights.org/communities/hindus-2/ .
[5] Shahzeb Jillani, “The Search for Jinnah’s Vision of Pakistan,” BBC News , September 11, 2013, https://www.bbc.com/news/world-asia-24034873 .
[6] Muhammad Ali Jinnah, “Muhammad Ali Jinnah’s Presidential Address to the 1st Constituent Assembly of Pakistan (August 11, 1947),” Mahbub ul Haq Research Centre, Lahore University of Management Sciences, August 14, 2023, https://mhrc.lums.edu.pk/muhammad-ali-jinnahs-presidential-address-to-the-1st-constituent-assembly-of-pakistan-august-11-1947 .
[7] Ibid.
[8] “Pak Army Ad Reserves Sanitation Jobs for ‘Non-Muslims Only,’ Sparks Row,” Times of India, September 1, 2018, https://timesofindia.indiatimes.com/world/pakistan/pak-army-ad-reserves-sanitation-jobs-for-non-muslims-only-sparks-row/articleshow/65639476.cms .
[9] Salman Ahmed Shaikh, Making the System of Zakat More Effective and Impactful for Social Protection, Policy Brief PB-2023-XXII-AT (Islamabad: Institute of Policy Studies, August 7, 2023), https://www.ips.org.pk/wp-content/uploads/2023/08/22-Making-the-System-of-Zakat-more-Effective-and-Impactful.pdf . ( ips.org.pk )
[10] I. A. Rehman, Discrimination against Religious Minorities in Pakistan: An Analysis of Federal and Provincial Laws (All-Party Parliamentary Group for International Freedom of Religion or Belief, 2011), https://appgfreedomofreligionorbelief.org/media/RESEARCH-DOCUMENT-1-discrimination-against-religious-minorities.-Analysis.pdf .
[11] Ibid.
[12] Zahid Gishkori, “95% of Worship Places Put to Commercial Use: Survey,” The Express Tribune , March 25, 2014, https://tribune.com.pk/story/686952/95-of-worship-places-put-to-commercial-use-survey .
[13] Kalbe Ali, “Hindus’ Holy Sites a Picture of Neglect, Says Commission,” Dawn , February 8, 2021, https://www.dawn.com/news/1606143 .
[14] Arjun Kumar, “Multan’s Lost Prahladpuri Temple: Tracing Holi’s Origins and a City’s Hindu Past,” Firstpost , March 8, 2026, https://www.firstpost.com/opinion/multan-prahladpuri-temple-holi-origins-hindu-heritage-13987317.html .
[15] Harpreet Bajwa, “125-Year-Old Gurdwara Demolished in Pakistan; MEA Condemns Act, Sikh Groups Seek Intervention,” The New Indian Express , July 2, 2026, https://www.newindianexpress.com/world/2026/Jul/02/125-year-old-gurdwara-demolished-in-pakistan-mea-condemns-act-sikh-groups-seek-intervention .
[16] Maria Abi-Habib, “Islamists Block Construction of First Hindu Temple in Islamabad,” New York Times , July 8, 2020, https://www.nytimes.com/2020/07/08/world/asia/hindu-temple-islamabad-islamists-pakistan.html .
[17] Government of India, Ministry of Home Affairs, “Pilgrimage to Sri Kartarpur Sahib,” accessed September 17, 2026, https://prakashpurb550.mha.gov.in/kpr/ .
[18] Avinash Kateel, “Pakistani Extremists Prevent Lahore from Returning to Original Hindu, Sikh Names,” India Today , May 26, 2026, https://www.indiatoday.in/world/story/pakistan-news-maryam-nawaz-sharif-lahore-land-renaming-extreme-elements-backlash-2917460-2026-05-26 .
[19] Mohammad Hussain Khan, “‘Ghotki Attacks on Hindu Community Conspiracy to Foment Communal Unrest,’ Probe Finds,” Dawn , September 28, 2019, https://www.dawn.com/news/1507673 .
[20] “Pakistan ‘Disco Mullah’ Faces Blasphemy Probe,” Al Jazeera , December 4, 2014, https://www.aljazeera.com/news/2014/12/4/pakistan-disco-mullah-faces-blasphemy-probe .
[21] Mubasher Bukhari and Asif Shahzad, “Lynching of Sri Lankan Manager by Pakistani Mob Was Anti-Islam, Court Says,” Reuters , April 19, 2022, https://www.reuters.com/world/asia-pacific/lynching-sri-lankan-manager-by-pakistani-mob-was-anti-islam-court-2022-04-19/ .
[22] Press Trust of India, “Police Demolish Minarets of Ahmadi Worship Places in Pakistan’s Punjab Province,” The Hindu , April 11, 2025, https://www.thehindu.com/news/international/police-demolish-minarets-of-ahmadi-worship-places-in-pakistans-punjab-province/article69440706.ece . ( theweek.in )
[23] U.S. Department of State, 2019 Report on International Religious Freedom: Pakistan (Washington, DC: U.S. Department of State, 2020).
[24] Rabia Azfar Nizami, “The Plight of Water-Scarce Tharparkar,” The Express Tribune , June 6, 2021, https://tribune.com.pk/story/2303833/the-plight-of-water-scarce-tharparkar .
[25] Press Trust of India, “Pak Army Chief Gen Munir Highlights Two-Nation Theory Again,” The New Indian Express , April 26, 2025, https://www.newindianexpress.com/world/2025/Apr/26/pak-army-chief-gen-munir-highlights-two-nation-theory-again-2 . ( newindianexpress.com )
[26] “‘We Tolerate 4% Hindus’: Zardari’s Comment Exposes Pakistan’s Troubled Minority Record,” Firstpost , August 14, 2026, https://www.firstpost.com/world/we-tolerate-4-hindus-zardaris-comment-exposes-pakistans-troubled-minority-record-14038478.html .
[27] Adil Rasheed, “The Irreligious, Inauthentic Narrative of ‘Ghazwa-e-Hind,’” Issue Brief, Manohar Parrikar Institute for Defence Studies and Analyses, August 18, 2023, https://policycommons.net/artifacts/4773131/the-irreligious-inauthentic-narrative-of-ghazwa-e-hind/5609361/ .
[28] U.S. Commission on International Religious Freedom, Teaching Intolerance in Pakistan: Religious Bias in Public School Textbooks (Washington, DC: U.S. Commission on International Religious Freedom, 2016), https://www.uscirf.gov/publications/teaching-intolerance-pakistan-religious-bias-public-school-textbooks .
[29] NDTV News Desk, “How Gujarat’s Somnath Temple Was Attacked and Rebuilt Over Centuries,” NDTV , January 11, 2026, https://www.ndtv.com/india-news/how-gujarats-somnath-temple-was-attacked-and-rebuilt-over-centuries-10652527 .
[30] Bhumi Jain, “When Pakistan Names Its Missiles after Invaders of Its Own Land, It’s Rewriting History for War,” Moneycontrol , July 8, 2025, https://www.moneycontrol.com/news/opinion/when-pakistan-names-its-missiles-after-invaders-of-its-own-land-it-s-rewriting-history-for-war-13241061.html .
[31] Shiraz Hassan, “Hindu Citizens Looking for Jinnah’s Pakistan,” Dawn , October 26, 2014, https://www.dawn.com/news/1140459 .
[32] Haroon Khalid, “Putting the Attacks on Islamabad’s First Hindu Temple in Context,” Al Jazeera , July 23, 2020, https://www.aljazeera.com/opinions/2020/7/23/putting-the-attacks-on-islamabads-first-hindu-temple-in-context .
[33] Peter Jacob, ed., Quality Education vs. Fanatic Literacy: An Analysis of Textbooks, Curriculum and Policies in Pakistan (Lahore: Centre for Social Justice, 2020), https://csjpak.org/publications/Quality_Education_Vs_Fanatic_Literacy.pdf .
[34] Bill Roggio, “Lashkar-e-Taiba Dominates Anti-US Rally in Lahore,” FDD’s Long War Journal , December 18, 2011, https://www.longwarjournal.org/archives/2011/12/lashkar-e-taiba_dominates_anti.php .
[35] Mike Thomson, “Abducted, Shackled and Forced to Marry at 12,” BBC News, March 10, 2021, https://www.bbc.com/news/stories-56337182 .
[36] Yudhvir Rana, “Forced Conversions, a Growing Threat to Pak’s Hindu Girls: Rights Body,” Times of India, July 11, 2026, https://timesofindia.indiatimes.com/city/chandigarh/forced-conversions-a-growing-threat-to-paks-hindu-girls-rights-body/articleshow/132319480.cms .
[37] Ibid.
[38] Office of the United Nations High Commissioner for Human Rights, “UN Experts Concerned by Forced Conversion through Marriage in Pakistan,” April 2026, https://www.ohchr.org/en/press-releases/2026/04/un-experts-concerned-forced-conversion-through-marriage-pakistan .
[39] “Minor Hindu Girl Meena Bhatt (14) Declared ‘Adult’ by Medical Board, Handed Over to Her Abductor: Sindh, Pakistan,” Vishwa Hindu Parishad–Thailand , February 27, 2023, https://vhpthailand.org/2023/02/27/minor-hindu-girl-meena-bhatt-14-declared-adult-by-medical-board-handed-over-to-her-abductor-sindh-pakistan/ .
[40] The Newspaper’s Staff Reporter, “Sindh Assembly Urged to Reject Forced Conversion Bill,” Dawn , April 30, 2019, https://www.dawn.com/news/1479291 .
[41] Office of the United Nations High Commissioner for Human Rights, “Pakistan: UN Experts Alarmed by Lack of Protection for Minority Girls from Forced Religious Conversions and Forced Marriage,” April 11, 2024, https://www.ohchr.org/en/press-releases/2024/04/pakistan-un-experts-alarmed-lack-protection-minority-girls-forced-religious .
[42] Ibid.
[43] International Commission of Jurists, Violations of the Right to Freedom of Religion or Belief in Pakistan: A Briefing Paper (Geneva: International Commission of Jurists, July 2021), https://www.icj.org/wp-content/uploads/2021/07/Pakistan-FoRB-Advocacy-Analysis-biref-2021-ENG.pdf .
[44] Maria Abi-Habib and Zia ur-Rehman, “Poor and Desperate, Pakistani Hindus Accept Islam to Get By,” New York Times , August 4, 2020, https://www.nytimes.com/2020/08/04/world/asia/pakistan-hindu-conversion.html .
[45] Stephanie Kramer, “Population Growth and Religious Composition,” in Religious Composition of India, Pew Research Center, September 21, 2021, https://www.pewresearch.org/religion/2021/09/21/population-growth-and-religious-composition/ .
[46] Kashif Imran, “At UN, Pakistan Urges Resolute Global Action against Rising Islamophobia,” Arab News Pakistan , June 19, 2026, https://www.arabnews.pk/pakistan/at-un-pakistan-urges-resolute-global-action-against-rising-islamophobia-2647781 .
[47] Ashali Varma, “Pakistan’s Religious Card Will Implode It,” Times of India, October 27, 2021, https://timesofindia.indiatimes.com/blogs/no-free-lunch/pakistans-religious-card-will-implode-it/ .
[48] Genocide Watch, “Pakistan Minister Admits Minorities Face Persistent Violence,” September 19, 2024, updated September 23, 2024, https://www.genocidewatch.com/single-post/pakistan-defence-minister-admits-minorities-hindus-sikhs-smaller-muslim-sects-face-persistent .
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